BUND Kreisgruppe Göttingen

27. Genussfahrt "Knofi & so"

Einen Bericht unserer 27. Genussfahrt finden Sie hier.

Am 24. September 2022 fand unsere 27. Genussfahrt statt. Dieses Mal fuhren wir zu „Knofi & so“ bei Witzenhausen.

"Knofi & so" baut zahlreiche Gemüsesorten und Obst an. Hierbei setzt das Gründerpaar Wina Diekhof und Jonas Marionneau auf eine sehr große Vielfalt an verschieden Gemüsesorten, eine kleine Schafhaltung und vor allem nachhaltige Landwirtschaft!

Die Erzeugnisse der 2015 gegründeten Gärtnerei werden entweder im frischen Zustand vertrieben oder als vegane Aufstriche und Soßen in der hauseigenen Manufaktur haltbar gemacht. Das stetig wachsende Unternehmen verkauft zum einen auf vielen klassischen Wochenmärkten in der größeren Umgebung, erweitert seine Vermarktung aber zum anderen auch um neue Konzepte. Zum Beispiel sind sie Teil der Marktschwärmer in Göttingen, kooperieren mit Restaurants und Bioläden.

Die Gärtnerei verzichtet bei ihrem Gemüseanbau auf Hybridsaatgut und während unsere Führung durch Felder und Folientunnel sind uns besonders die Freilandtomaten in Erinnerung geblieben. Die für Tomaten ungewöhnlich große Freilandkultur - vielleicht sogar die größe in Deutschalnd - hat uns durch Wuchs, Reife und Geschmack sehr verblüfft. Trotz der für Tomaten heute unüblichen Anbauweise hat sich eine tolles Aroma entwickelt. Auch die Knoblauch und Chiliprodukte für die der Hof bekannt ist, konnten wir nach unserem Rundgang am dorfeigenen Selbstbedienungsstand entdecken.

Am alten Hotel in Unterrieden, dass heute die neu ausgebaute Manufaktur beherbergt, wurden wir mit leckerer selbstgemachter Tomatensuppe, selbstgebackenem Brot und Aufstrichen aus eigener Produktion verpflegt. Insgesamt war diese Genussfahrt wieder ein voller Erfolg und eine sehr geschmackvolle Aktion.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem ganzen "Knofi & so"-Team!


26. Genussfahrt zu den Zweinutzungshühnern der Familie Witt

Kein Ei ohne Hahn!

Am 11. Juni fand unsere Genussfahrt nach Klein Schneen zum Landliesel-Hof von Familie Witt statt. Das junge Ehenpaar hat im letzten Jahr ihren eigenen kleinen Biobetrieb gegründet. Ein Bestandteil dieses Hofes sind vier Hühnermobile, die schon auf dem Weg in den Ort Klein Schneen von der Straße aus gut zu sehen sind. Dort werden nicht nur die Hennen gehalten, sondern auch die Bruderhähne groß gezogen, die in der konventionellen Landwirtschaft meist schon im Ei aussortiert werden sollen.

Die gehaltenen Hühner gehören einer speziellen Rasse an, die weniger Eier legen, dafür aber auch Fleisch ansetzen – das sogenannte Zweinutzungs-Huhn. So können die Hennen nach einem Jahr Legezeit auch noch als Suppenhuhn verwertet werden. Parallel dazu werden die „Bruderhähne“ groß gezogen und geschlachtet. Diese Haltung ist ein relativ alter Ansatz, der heute aber kaum noch durchgeführt wird. Heutige Hühnerrassen sind i.d.R. so gezüchtet, dass sie sich entweder für die Eierproduktion oder für die Fleischvermarktung eignen. Doch kein Ei und keine Henne können ohne Hähne und Bruderhähne produziert werden!

Der Betrieb ist ein Bioland-Hof und somit Familie Witt an strenge Richtlinien gebunden, wie etwa der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und ausschließlich biologisch angebautes Futter. Damit sind auch höhere Aufwandskosten verbunden, weshalb die Eier dementsprechend einen höheren Wert haben. Jedoch sind nicht alle Menschen dazu bereit, einen höheren Preis zu zahlen.

Die Eier der Zweinutzungs-Hühner und das Fleisch werden auf dem Wochenmarkt, in einem „Regiomaten“ (künftig am Kiessee) und an Gastronomiebetriebe verkauft. Außerdem bietet die Familie Eier-Abos an. Dabei erhalten Kunden jede Woche Eier sowie ein Suppenhuhn und ein Hahn pro Jahr. So werden die Kosten für die Produktion gedeckt und die erzeugten Produkte gleichmäßig vermarktet.