Wichtige Hinweise zu gefundenen Wildtieren

Bild: Reh von Lubos Houska auf Pixabay

Wildtiere dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nur dann vorübergehend aufgenommen werden, wenn sie verletzt, krank oder tatsächlich hilflos sind. Dies ist nicht immer leicht zu erkennen. Es ist daher ratsam, zunächst eine fachkundige Stelle zu kontaktieren (z. B. anerkannte Betreuungsstationen, Untere Naturschutzbehörden, Jagdbehörden oder Tierärzt*innen), bevor man ein Wildtier vielleicht fälschlicherweise der Natur entnimmt.

Dem Tier Essen anbieten zu wollen ist vielleicht gut gemeint, es ist aber entscheidend zu wissen, um welches Tier es sich handelt, bevor man es mit Futter versorgt. Daher lieber zunächst fachkundige Stationen befragen! Brot, Milch, Wurst oder Süßigkeiten sind niemals geeignetes Futter für Tiere. Bitte auch die Tiere nicht zur Aufnahme von Wasser zwingen, da sie sich verschlucken können.

Für den Transport hilfsbedürftiger Tiere gilt: feste Arbeitshandschuhe tragen, ruhig handeln und Haustiere wegsperren. Geeignet sind verschiedene saubere (!) Transportbehältnisse, für Vögel zum Beispiel ein Pappkarton oder eine Plastiktransportkiste.

Außführliche Informationen gibt es hier zu finden. 

Erste Hilfe für Säugetiere

Bild: Fuchs von Tom Frydenlund auf Pixabay

Jungtiere
Junge Säugetiere sind durch ihre unauffällige Färbung und ihr ruhiges Verhalten sehr gut getarnt. Auch wenn sie scheinbar zutraulich sind, bedeutet es nicht, dass sie hilfebedürftig sind. Junge Säugetiere sollten Sie nicht anfassen (auch Handschuhe und Handtücher riechen nach Mensch!). Wurde ein Jungtier bereits ohne Grund angefasst, mit Blättern, Gras oder Erde abreiben, um den menschlichen Geruch zu entfernen und am Fundort wieder absetzen.

Große Säugetiere
Größeren Säugetiere wie Reh, Fuchs, Wildkatze, Waschbär, Marderhund, Marderartige etc. (auch deren Jungtiere) unterliegen dem Jagdrecht. Dann gilt: entsprechenden Jagdausübungsberechtigten des Reviers oder die Polizei über die allgemeine Rufnummer informieren. Diese beraten zum weiteren Vorgehen.

Kleine Säugetiere
Kleinere (hilfsbedürftige!) Säugetiere wie Fledermaus, Igel, Eichhörnchen, Maulwurf etc. können je nach Art mit Handschuhen oder einem Handtuch gefangen werden. Dann in einen zur Größe passenden Transportbehälter setzen (z. B. Karton mit Luftlöchern, Hunde- oder Katzentransportbox). Darauf achten, dass die Luftzufuhr geregelt ist und das Tier nicht an Klebebändern festkleben kann. Auf jeden Fall eine Wildtierstation kontaktieren!

Kontaktstellen für hilfsbedürftige Wildtiere

Bei Notfällen den Tieren unnötigen Stress durch lange Transporte ersparen - zunächst die nahe gelegene Tierarzt-Praxis aufsuchen. Tierärzt*innen sind entsprechend der Berufsordnung für Tierärzt*innen des Landes Niedersachsen §12 (12) „In Notfällen (…) auch ohne Anforderung zur Leistung der Ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet.“ Danach Wildtierauffangstationen kontaktieren.

NABU Bad Gandersheim (kleine Säuger, alle Vögel, Fledermäuse): Tel.: 05382 9552522 oder 0175 8363188, Mail: nabu-harzvorland@t-online.de

NABU-Zentrum Leiferde (alle Wildtiere): Tel: 05373 6677 (Mo - Fr von 8:30 - 12 Uhr), 0900 11667711 (für Notfälle, kostenpflichtig), Mail: NABUARTENSCHUTZZENTRUM@t-online.de

Tierklinik Hannover (alle Wildtiere, nur für Notfälle): Tel.: 0511 953 6800

Polizei Göttingen (kontaktieren bei größeren Säugetieren wie Reh, Fuchs, Wildkatze, Waschbär): Tel.: 0551 4910, Mail: pressestelle@pd-goe.polizei.niedersachsen.de

Jagdbehörde Göttingen (zur Vermittlung des jeweiligen Jagdpächters bei Fund von größeren Säugetieren)

Wenden Sie sich gerne telefonisch unter der 0551 56156 an uns, wir leiten Ihnen weitere Kontaktdaten zu Pflegestationen im Umkreis Göttingen weiter.

Konkrete Hinweise zu weiteren Tierarten

Vögel, Wespen, Igel-Hilfe