BUND Kreisgruppe Göttingen

Bericht

Freigelegte Baumschädigung durch Buchenschleimfluss als Folge von verminderter Resistenz durch Trockenstress.

Die Exkursion mit dem Forstamt Reinhausen, geleitet durch Herrn Axel Pampe (Forstamtsleiter, Niedersächsische Landesforsten – Forstamt Reinhausen) mit toller Unterstützung weiterer Kolleg*innen, fand nahe Holzerode im Forstrevier Hünstollen - u.a. Teil des FFH-Gebiet 138 „Göttinger Wald“ - statt.

Unsere erste Station lag in einem Bereich des Wirtschaftswaldes, aus dem regelmäßig Bäume zur wirtschaftlichen Nutzung entnommen werden. Mit Fokus auf die Auswirkungen der vergangenen Trockenjahre zeigten die Förster*innen an Buchen den sog. Schleimfluss, einen Pilzbefall des Baumes von innen heraus, der früher oder später zum Tod des Baumes führt. Durch die Trockenheit hat die Buche nicht die Kraft, den Pilz abzuwehren und wird so leichter befallen als in normalen Regenjahren. Die Schwächung durch Trockenheit und Pilze führt auch zu häufigem Abbruch großer Äste aus der Baumkrone. Außerdem wies Herr Pampe darauf hin, dass der Borkenkäfer die Buche ebenso befällt wie die Fichte und damit ein weiterer Faktor ist, der sich negativ auf Buchenwälder auswirkt.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Ahorn der Trockenheit besser standhalten kann, er jedoch in jungem Alter langsamer als Buchen wächst und zudem Verbissschäden durch Wild ausgesetzt ist und somit seltener groß wird als die Buche. Auf unserer Station im Naturwald, erfuhren wir, dass dieser weitere wichtige Erkenntnisse über die natürliche Entwicklung des Waldes und die Anpassung unserer heimischen Arten an den Klimawandel liefert und er daher als Forschungsfläche für die Forstliche Versuchungsanstalt dient.

Magerrasen-Biotop innerhalb des Waldes in stillgelegtem Steinbruch, das zunehmend seltene Flora-/Faunaarten aufweist. Der Erhalt bzw. der Schutz vor Verbuschung soll durch Beweidung erfolgen.

Auf die Frage nach Waldumbaumöglichkeiten verwiesen die Förster*innen auf lange Phasen dieses Umbaus, der sich zum Teil auch selbst gestalten müsse. Über Selbstaussaat verschiedener Bäume auch aus anderen Regionen müsse geschaut werden, welche Bäume der Trockenheit besonders gut standhalten können, sodass diese dann gezielt gefördert werden sollen.

Bei einem weiteren Halt standen wir in einer ehemaligen Sandfördergrube, die sich nun nach mehreren Jahren der Ruhe in ein wahres Paradies für Artenvielfalt verwandelt hat: Bei einem Monitoring wurden 18 bedrohte Arten nachgewiesen, darunter die Geburtshelferkröte und die Natternzunge, aus der Gattung von Farne. Nun steht die Frage der regelmäßigen Pflege der Wiese im Raum, die die zuständigen Förster mit Hilfe von Ziegen oder Schafen lösen wollen.

Mit Blick auf das Weißwassertal konnten wir die Sturmschäden der letzten Jahre betrachten und kamen dabei ins Gespräch darüber, dass die Planungsperioden eines Forstamtes minimal 10 Jahre betragen. Es muss also äußerst vorausschauen agiert werden! Dabei haben sie betont, dass ihnen der Austausch mit interessierten Bürger*innen sehr wichtig ist und sie immer gerne über Umbaumaßnahmen oder ähnliches ins Gespräch kommen.

Es war eine sehr informative Exkursion bei tollem Wetter und mit einem kleinen Umweg über Stock und Stein – vielen Dank an alle Mitwirkenden!