Insektenfreundliche Flächen in der Geiststraße
Ende April 2021 hat der Arbeitskreis Wildbiene der BUND Kreisgruppe in Kooperation mit der Stadt Göttingen und dem Göttinger Architektur- und Ingenieurbüro onp-Schwieger eine insektenfreundliche Pflanzfläche in der Geiststraße angelegt. Unser Schattenbeet!. Unterstützt wurde das Projekt durch eine Spende des Architekturbüros. Der Fachdienst "Grünflächen" der Stadt hat die Pflanzen und sonstigen Materialien gestellt und unser AK Wildbiene hat das Konzept erarbeitet und umgesetzt.
Im November 2024 über nahmen wir die Bepflanzung und Pflege des zweiten Beetes. Unser “Sonnenbeet” liegt direkt neben der Sparkasse Göttingen und ist mit zahlreichen wärmeliebenden Pflanzen bestückt. Gleichzeitig konnte das Schattenbeet in seiner Länge erweitert werden und ragt nun zum Teil in die Sonne.
Die Beete wurden so gestaltet, dass es Nistangebote für Wildbienen gibt und geeignete Blühpflanzen bereit gestellt werden, welche möglichst über die gesamte Blühperiode ein Nahrungsangebot bieten. So wachsen im Schattenbett z.B. das Leberblümchen (Hepatica nobilis), das von März bis April blüht, die Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris), die von Mai bis Juni blüht und der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare), der von Juni bis September die Fläche mit seinen blauen Blüten verschönert.
Im Sonnenbeet lassen sich z.B. das Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana) und die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) im Frühjahr, Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) und Echter Dost (Origanum vulgare) im Sommer sowie Dorniger Hauhechel (Ononis spinosa) und Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) im Spätsommer finden.
Als Nistmöglichkeit dient ein großer Totholzstamm eines Obstbaumes, der in das “Schattenbeet” integriert wurde. Des Weiteren wurde dort eine Trockenmauerspirale mit Kräutern, wie dem Ysop (Hyssopus officinalis) und der Echten Katzenminze (Nepeta cataria) angelegt. Diese stellt ebenfalls eine Nistmöglichkeit dar und liefert mit ihren blühenden Kräutern ein weiteres Nahrungsangebot.
Im Sonnenbeet wurde Kalkschotter als Substrat aufgebracht. Die unterschiedlich großen Steine (von staubfein bis großer Brocken) bieten Insekten und Pflanzen Lebens- und Rückzugsraum und Nistplätze.
Die Flächen stehen grundsätzlich im Wandel: Es wird sich zeigen, welche Pflanzen gut wachsen und blühen, welche mit dem Standort nicht so gut klar kommen oder welche Pflanzen sich darüber hinaus noch ansiedeln. Auf den Flächen werden die verblühten Pflanzenteile über den Winter stehen gelassen, da diese als Winterquartier für verschiedenste Insekten dienen. Zudem sollen nach und nach noch zusätzliche Elemente ergänzt werden.
Wir beobachten die Flächen und ihre Entwicklung und halten Sie auf unserer Website auf dem Laufenden. Schauen Sie sich die Flächen doch gerne mal bei einem Spaziergang durch die Stadt an - vielleicht entdecken Sie ja eine Wildbiene!
Impressionen 2023
Impressionen 2022
Impressionen 2021
Die gelieferten Steine wurden dann tatkräftig vom AK Wildbiene zu einer Trockenmauerspirale geschichtet.
Die vorher ausgewählten Pflanzen wurden neben dem Totholzstamm und der Trockenmauerspirale auf der Fläche verteilt und eingepflanzt.
Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine beliebte Pflanze bei Wildbienen - nicht nur bei der auf die Pflanze spezialisierten Natternkopf-Mauerbiene.
Auch nicht fliegende Insekten wie dieser Laufkäfer interessieren sich für die Fläche (Foto: Daniel Jestrzemski).