BUND Kreisgruppe Göttingen

Vom Schottergarten zur Magerwiese

So...

Sie haben einen Schottergarten und sind zu dem Entschluss gekommen, diesen ökologisch aufwerten zu wollen? Dann sind Sie hier genau richtig! In der folgenden Anleitung begleiten wir Sie Schritt für Schritt vom Schottergarten bishin zu einem Kleinod der Biodiversität.

Was Sie benötigen

  • Ungewaschener Grubensand 0/4 mm, Kiessand 0/8 mm oder Mineralbeton 0/16 oder 0/32 mm, Menge: 0,05 Kubikmeter (50 Liter) je Quadratmeter; aus dem Baustoffhandel
  • Unkrautfreier gütegesicherter Grünschnittkompost von einer zertifizierten Kompostanlage (www.kompost.de), Menge: 0,02 Kubikmeter (20 Liter) je Quadratmeter
  • regionales Saatgut magerer Wildblumenwiesen sowie trockenheitsliebende Wildstauden als Pflanzen (5 bis 6 pro Quadratmeter)
  • Geräte: Schaufel, Krail oder Grabegabel, Rechen

Wie es geht

1. Schritt: Prüfen Sie, ob unter dem Schotter eine Folie oder Vlies liegt
Wenn dies der Fall ist, entsorgen Sie dies bitte fachgerecht. Folie/Vlies verhindert beispielsweise das Versickern von Regenwasser ins Grundwasser und unterbricht den Nährstoffkreislauf zwischen Boden und Umwelt.

2. Schritt: Sand auf den Schotter auffüllen
Schotter und Kies sind zu grob, als dass Pflanzen dort keimen und wachsen könnten. Damit sie dies tun können, schaufeln Sie 5cm Grubensand, Kiessand oder Mineralbeton über die Schotterfläche.

3. Schritt: Kompost auffüllen
Schaufeln Sie als nächstes 2cm gütegesicherten Grünschnittkompost auf die Fläche, um diese auf die Ansaat vorzubereiten.

4. Schritt: Boden durchmischen
Nehmen Sie sich eine Grabegabel oder einen Rechen und vermischen Sie Schotter, Sand und Kompost. Wenn Sie damit fertig sind und danach keinen Kompost mehr sehen, schaufeln sie welchen nach.

5. Schritt: Fläche harken, bepflanzen und einsäen
Harken Sie die Fläche nun solange durch, bis diese fein krümelig und gleichmäßig aussieht. Nun ist Ihre Fläche bereit, um für Trockenstandorte typische Pflanzenarten auszusäen.

Nachsorge
Gießen Sie die Fläche während der ersten drei Monate möglichst abends zweimal in der Woche. Danach können Sie die Natur Natur sein lassen und die Wiese höchstens bei extremer Dürre gießen.

Hinweis: Die Substrattiefe reicht für Wildstauden und Magerwiesen aus, für Gehölze müssen tiefere Löcher (50x50x50 cm) gegraben und mit unkrautfreiem, nährstoffreicherem Boden aufgefüllt werden.

Tipp

Diese Methode lässt sich nicht nur gut im eigenen Garten anwenden, sondern auch im öffentlichen Raum, z.B. bei Verkehrsinseln. Da gerade solche Orte für jeden sichtbar sind, können sie eine Vorbildsfunktion übernehmen und dazu animieren, mehr Vielfalt zuzulassen.

...oder doch lieber so?!