Den Wildkatzen auf der Spur

Für den Nachweis von Wildkatzen werden sogenannte Lockstäbe aufgestellt und mit Baldrian-Tinktur besprüht. In den Wintermonaten, der sog. Ranzzeit der Katzen,  lockt der Geruch des Baldrians die Tiere besonders stark an. Die Katzen reiben sich an dem mit Drahtbürsten versehenen Vierkantholz und hinterlassen dabei Haare. Alle 7 bis 10 Tage werden die Lockstäbe kontrolliert und ggf. Haarproben aufgenommen. Nach Ende des Monitoringzeitraums werden ausgewählte Proben an das Senckenberg Institut, Gelnhausen, zur genetischen Analyse versandt.

Erst die Ergebnisse der Analyse bestätigen eindeutig, ob die jeweilige Haarprobe tatsächlich von einer Wildkatze stammt und ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt.

An einzelnen Lockstabstandorten wurden zusätzlich Wildkameras installiert. Das damit aufgenommene Foto- und Filmmaterial zeigt die Aktivitäten der Wildkatzen je nach Tages- oder Nachtzeit und das Verhalten der Wildkatze am Lockstab.

Woher-Wohin-Geschichten

Ein besonderes Interesse unserer Untersuchungen liegt zudem in der Identifizierung einzelner Wildkatzenindividuen. Möglich ist dies mit einer weiteren Auswertung der DNA Rohdaten. Dies erlaubt Aussagen über...

  • ... Mehrfachfunde innerhalb eines Untersuchungszeitraums 
  • ... Wiederfunde in den Folgejahren
  • ... die regionale Wanderbewegungen der Wildkatzen
  • ... die Herkunft der Wildkatzen und ihrer Verwandtschaftsbeziehungen

Berichte und Ergebnisse

Im Zeitraum des bundesweiten BUND Projektes Wildkatzensprung hat der BUND Göttingen in Kooperation mit dem Stadtforst für den Stadtwald und die angrenzenden Reviere der Landesforsten ein Monitoring durchgeführt. Der Abschlussbericht steht zum Herunterladen hier zur Verfügung.

Aus den sogenannten Rohdaten der DNA-Analyse konnten mittels der Software "Colony" einige Verwandtschaftsbeziehungen herausgefiltert werden. Zur Darstellung dieser Beziehungen in Form eines Stammbaums wurde die genealogische Software "Ahnenblatt" verwendet.