Als Wiedervernetzungsmaßnahme werden und wurden landesweit an geeigneten Stellen Grünbrücken errichtet. So nun auch im Bereich der Bundesstraße 27 zwischen Roringen und Waake. Weiträumig aufgestellte Zäune sollen die Tiere zu der 50m breiten Brücke über die Bundesstraße führen, um auf diese Weise ein von der EU gefördertes Schutzgebiet (FFH-Gebiet) wieder zu vernetzen und gleichzeitig die Gefahr von Wildunfällen zu minimieren.
"Vernetzungsziele" der Bundesregierung
Deutschland hat sich gemäß der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt verpflichtet, dass "bis 2020 von bestehenden Verkehrswegen in der Regel keine erheblichen Beeinträchtigungen des Biotopverbundsystems mehr ausgehen." Darüber hinaus haben sie sich auf die Fahnen geschrieben, "die ökologische Durchlässigkeit von zerschnittenen Räumen zu gewährleisten." Ein Ziel welches in Anbetracht dessen, dass bis 2015 noch einmal rund 66 Millarden Euro für den Ausbau des Verkehrswegenetzes investiert werden sollen, doch schwer zu erreichen scheint.
Kosten
Mit dem Bau der Grünbrücke zwischen Roringen und Waake wird somit also ein längst überfälliger Beitrag zur Vernetzung der Landschaft geleistet und somit ein Schritt in die richtige Richtung getan!
Etwa 2,5 Millionen Euro soll der Bau der Grünbrücke „Roringer Berg“ kosten. Sicher, das ist viel Geld. Aber der Bau allein eines einzigen Kilometers Autobahn verschlingt bis zu 25 Millionen und zerstört oft genug Naturräume und Landschaften obendrein. Grünbrücken dagegen reparieren.
Außerdem: 3 Milliarden Euro werden jährlich für den Neu- und Ausbau von Bundesfernstraßen investiert. Und hierbei sind die Erhaltungskosten noch nicht einmal mit eingerechnet. Die Errichtung einer Grünbrücke wie am "Roringer Berg" kostet also nur einen Bruchteil dessen, was Jahr für Jahr - mehr oder weniger sinnvoll - in Deutschlands Straßen fließt.