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Wer langsam stirbt, dem glaubt man nicht!

Durch aggressives Mähen verletzter und nicht behandelter Straßenbaum.

Heutzutage kommt nur noch in die Schlagzeilen, wer sofort tot umfällt. Wer hingegen, wie die Straßenbäume in Göttingen der Geringschätzung in Form zu kleiner Wurzelräume, zu vielem Streusalz im Winter, zu vielem Ozon im Sommer, der Bodenverdichtung und der Hunde-"Notdurft" lange widersteht und trotzdem noch ziemlich grüne Blätter treibt, dem nimmt man die Gefährdung nicht ab.

Tatsache ist aber: Der Göttinger Baumbestand ist hochgradig gefährdet! Wenn die Politiker in den nächsten Haushalten nicht mehr Geld einstellen und die Prioritäten nicht ändern, dann könnte Göttingen im Jahre 2030 als „Erste baumlose Universitätsstadt in Deutschland“ in die Geschichte eingehen.

Folgende Problembereiche sind besonders kritisch:

  • Grünbereich kaputt gespart: Die massive Unterdotierung mit personellen und finanziellen Mitteln wird sich negativ und mit Langzeitwirkungen auf den Baumbestand aus. Schon heute fehlt bei den gepflanzten Jungbäumen meist ein fachgerechter Erziehungsschnitt, spätere Fehlwüchse sind damit programmiert; es fehlen die Fachleute in der Ausführung.
    Weil Göttingen als Leitbild immer noch die Auto-gerechte Stadt verfolgt, verschwinden mangels zeitgemäßer Planungen und entsprechender Konzepte die prägenden großen Linden, Eichen und Platanen im Straßenbild immer mehr.
  • Fehlende Öffentlichkeitsarbeit: Das Image der Bäume hat in den letzten Jahren durch die aufkommende "Hausmeister-Mentalität“ stark gelitten. Gehölze werden primär als störend, kostenintensiv und Bau-verhindernd wahrgenommen. Im Gegensatz dazu engagieren sich andere Kommunen, um der Bevölkerung ihre Bedeutung in Zeiten des Klimawandels näher zu bringen und ihren Wert als so genannter "weicher Standortsfaktor" zu stärken. N.B.: Göttingen galt früher einmal als "Grüne Universitätsstadt"!
  • Alle Eigentümer einbeziehen: Das kommunale Verfahren mit der sogenannten Fäll-Liste gilt leider noch nicht für die Eigenbetriebe der Stadt, ebenso wenig für die Tochtergesellschaften oder Einrichtungen mit städtischer Mehrheitsbeteiligung. Es wäre folgerichtig, wenn sich die Politik endlich entschließen könnte, auch die Stadtreinigung, die Stadtwerke, die Sport- und Freizeit GmbH, die GWG und die städtische Wohnbaugesellschaft auf das selbe Verfahren zu verpflichten und die Fachkompetenz des entsprechend auszustattenden Baubetriebshofs zu nutzen. In einem weiteren Schritt könnte die Stadt dann auch auf weitere öffentlich-rechtliche Träger (z.B. Hochschulen) und auf die großen Privateinrichtungen zugehen.
  • Planungsprioritäten ändern: Sowohl in der Bauleitplanung als auch bei Projekten wird immer weniger Rücksicht auf bestehende Bäume genommen, und der Grundsatz der maximalen baulichen Ausnutzung führt dazu, dass auf den meisten Grundstücken schon wegen der Abstandsregelungen keine großen Bäume mehr gepflanzt werden (dürfen). Im Verkehrsbereich werden zuerst alle anderen Interessen bedient, für Bäume bleiben dann nur noch unzureichende Restflächen übrig.

Es gibt also noch sehr viel - und wie das Beispiel zeigt - auch sehr spannende Arbeit und der Arbeitskreis Baumschutz ist deshalb auch froh, wenn sich viele Menschen dafür interessieren und sich mit uns engagieren!

Information und Kontakt: baumschutz@bund-goettingen.de



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