Typische Talformen der Fließgewässer des Weser-Leine-Berglands

Fließgewässertypen im niedersächsischen Bergland (Quelle: Rasper 2001)

Kerbtal

  • entsteht bei überwiegender Tiefenerosion, V-förmigen Querschnitt, ohne oder nur mit sehr schmaler Aue
  • gestreckter Lauf, keine Krümmungserosion
  • Längsprofil mit teilweise überstürzendem Wasser aufgrund des hohen Gefälles, große Strömungsdiversität
  • Querprofil sehr flach mit mäßiger Breitenvarianz, angrenzende Aue nur gelegentlich, keine Breitenerosion
  • sehr groß Substratdiversität aus Kies, Schotter, Blöcken oder Steinen

                                                                                   

Sohlenkerbtal

  • tief eingesenktes Erosionstal mit ursprünglichen V-förmigem Querschnitt, durch Verfüllung ein Talboden mit flachen, schmalen bis mäßig brei­ten Talufern
  • Lauf mit relativ hohem Gefälle stark geschwungen oder mäandrierend mit Ufer-, Krümmungs- und Inselbänken
  • Längsprofil mit regelmäßigem Wechsel von flachen Kies-Schotterbänken, große Strömungsdiversität
  • mäßig tiefes bis sehr flaches Naturprofil mit großer Breitenvarianz, keine bis schwache Seitenerosion
  • große Substratdiversität aus Kies, Schotter und einzelnen Steinen, Tonschlamm am Ufer oder in tieferen Bereichen

Muldentalgewässer

  • bildet sich in Gebieten mit starker Denudation, flache Hänge, die allmählich ohne ausgeprägte Talkante in den schwachen gewölbten Talboden übergehen
  • mäandrierender Verlauf mit vereinzelt schwacher Krümmungserosion, viele Ufer- und Krümmungsbänke
  • im Längsprofil regelmäßige Wechsel von flach überströmten Kies-/ Schotterbänken und tieferen, ruhigeren Bereichen oder Riffles und Pools, große Strömungsdiversität
  • mäßig tiefes Querprofil mit schwacher Seitenerosion und großer Breitenvarianz
  • Sohlenstruktur mit großer Substratdiversität aus Kies, Schotter oder einzelnen Steinen

Sohlen-Auentalgewässer

  • ensteht bei gleichzeitiger Tiefen- und Seitenerosion, flache Tahlsohle, die deutlich gegen die Talhänge abgesetzt und aus mehr oder weniger mächtigen Ablagerungen entstanden ist
  • mäandrierender Verlauf, schwache bis starke Krümmungserosion, Krümmungs- und Uferbänke
  • im Längsprofil große bis verminderte Strömungsdiversität mit großer Tiefenvarianz
  • im Querprofil tiefes Naturprofil, steile Lösslehmwände mit geringer Breitenvarianz unf schwacher bis mäßiger Breitenerosion
  • Sohlenstruktur mit großer bis mäßiger Substratvielfalt aus Lässlehm, Kies und weiteren Feinsedimenten

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