Bäuerliche Betriebe - Notizen einer Landpartie

Die Appelle für eine bäuerliche, nicht industrielle Landwirtschaft und die Forderungen nach Erhalt und Förderung klein-bäuerlicher Strukturen werden immer lauter.

Wir wollten es genauer wissen, wie es bei den bäuerlichen Betrieben und Anbietern landwirtschaftlicher Produkte in unserer Region aussieht und haben sie besucht.

Wir bekamen viel zu hören und zu sehen ...


„Je mehr kleinere Betriebe es gibt, desto mehr Arbeitslose könnten untergebracht werden.“

„Die Landwirtschaft hat nicht nur die Aufgabe, Nahrung zu produzieren!“

„Die Menschen werden erst merken, dass falsch gewirtschaftet wurde, wenn vieles in der Landschaft verschwunden ist.“

„Der Preis von Produkten ist nicht entscheidend. Benzin ist sehr teuer geworden und es fahren trotzdem alle so viel wie vorher.“

„Es werden sehr viele Lebensmittel weggeworfen und verschleudert!“

„Es muss in der Schule ein Fach geben, bei dem unsere Kinder lernen, woher Lebensmittel kommen und wie sich Pestizide auswirken.“

„Unser Ziel ist es, natürliches und gesundes Essen anzubieten und als Kultur zu bewahren.“

„Bioprodukte sind nicht teuer! Die anderen Lebensmittel sind viel zu billig.“

„Viele haben extrem teure Küchen, aber verkochen die billigsten Lebensmittel.“

 

„Ein Wunsch für die Zukunft ist es, dass Bio eine breitere Akzeptanz erfährt! Die Menschen müssen verstehen, dass man davon nicht grün wird! Bio produzieren und essen Menschen wie Du und Ich!“

„Es soll weniger Maschinen in der Landwirtschaft geben. Der Mensch wird mehr gebraucht!“

„Unser Ziel ist es ein vernünftiges,ökologisches Produkt aus guten Zutaten mit guten Arbeitsbedingungen und Herstellungsverfahren zu produzieren.“

„Bäuerliche Landwirtschaft wird durch ihre Regionalität ausgezeichnet.“

„Bei Supermarkt-Waren gibt es in der gesamten Kette vom Hersteller bis zum Konsumenten fast nur Verlierer!“

Über die Vielfalt von Bioprodukten: „Satt ist jeder, man muss die Leute belustigen!“

„Früher wurden 30 Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben, heute nur noch 10 Prozent.“

„Supermärkte sind keine Konkurrenz. Sie bieten andere Lebensmittel an.“


„Der Verbraucher hat letzten Endes doch die Macht! Die Konzerne haben Angst vor dem unberechenbaren, wissenden Verbraucher, der sich in letzter Zeit immer mehr entwickelt!“

„Es geht an mehreren Stellen in die richtige Richtung. Die Menschheit wird noch die Kurve kratzen.“

„Um einen Biobetrieb führen zu können, muss man einen langen Atem haben."

„Produkte im Supermarkt sind nicht unbedingt billiger als Bioprodukte. Die Supermärkte arbeiten nur damit, billig zu wirken.“

„Bei Produkten mit dem EU-Biosiegel sind immer mehr Zusatzstoffe erlaubt.“

„In sehr vielen konventionellen Lebensmitteln sind genveränderte Substanzen enthalten: in Aromen, Bindemitteln und Geschmacksverstärkern.“

„Der Preis ist für die Kundschaft kein Thema! Die Kunden geben für Qualität gerne mehr Geld aus.“

„Bioprodukte in Bioläden haben im Vergleich zu den EU-Bioprodukten im Supermarkt eine viel bessere Qualität und einen besseren Geschmack.“

„Früher wurden Tiere bewusst wahrgenommen. Jetzt findet eine Entfremdung von Konsumenten und Tieren statt, deshalb wird auch so viel weggeworfen. Dabei leisten Tiere extrem viel!“

„Eine Aufgabe des Biolandbaus ist es, die Bodenfruchtbarkeit und die Nährstoffkreisläufe zu erhalten!“

„Es ist kein Wunder, dass unser Klima kaputt geht!“

„Die Bevölkerung muss sich die Frage stellen, wie sie leben will.“


Dieses und noch Vieles mehr haben wir erfahren.


Und dies waren unsere Gesprächspartner:


  • Stephan Holzhaus und Frau,
    "Garte Naturkost", Dorfladen in Diemarden, 0551 7906630
  • Marco Füllgrabe,
    "Naturmilchhof Gartetal", Fam. Füllgrabe, Diemarden, Tel. 0551 / 794579
  • Axel Artmann, Hanne und Peter Harpering,
    "Das Backhaus", Klein Lengden
  • Heide Ulrich und Eberhard Prunzel-Ulrich
    "Käsehof Landolfshausen", 05507/91285
  • Heike Nüsperling-Herr,
    Hofladen und Lieferservice "Linde Natur", Mackenrode,
  • Eberhard Rometsch,
    "Huhn + Ei GmbH & Co. KG", Waake-Hacktal

Wir bedanken uns bei euch für die langen und engagierten Gespräche und für die vielen interessanten Informationen. Wir haben von euch bewegende und bleibende Eindrücke mitgenommen!

07. Juli 2011, BUND Göttingen



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