Derzeit bestehen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten für Göttinger Bürger, EnergieberaterInnen, dezentrale Energieversorger und -verbraucherInnen und Interessenverbände, sich konstruktiv an der Ausarbeitung und Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der Stadt Göttingen zu beteiligen.
Zudem ist das lokale und regionale Handeln erkennbar erfolgreich beeinflusst durch politische Lobby-Arbeit der lokalen wirtschaftlichen Interessenvertreter und Berufsverbände. Denk- und Entscheidungsprozesse werden durch in Aussicht stehende finanzielle Förderungen bzw. Vorteil-Erwartungen gelenkt. Zusätzlich besteht ein deutlicher Nachholbedarf in der Beratung und Förderung dezentraler, unabhängiger EnergieversorgerInnen und klein-/mittelbetrieblicher und privater EnergieverbraucherInnen.
Die Etablierung eines Runden Tisches Klimaschutz unter Federführung der Kommune würde die Partizipation der unterschiedlichen Interessengruppen an Klimaschutz relevanten Entscheidungen ermöglichen und die Vernetzung zwischen den Akteuren in Göttingen voranbringen. Zudem könnten die Erfassung und Förderung lokaler Potentiale der dezentralen und bürgernahen Energieerzeugung und -nutzung und eine offensive Öffentlichkeitsarbeit in den Arbeitsbereich des Runden Tisches fallen.
Im Rahmen eines solchen Runden Tisches könnte sich der BUND als „Ideen-Lieferant“ beteiligen und bei der Ausarbeitung entsprechender Leitlinien für die zukünftige Energieversorgung der Stadt Göttingen Unterstützung bieten.
Die Voraussetzungen für den Runden Tisch Klimaschutz wären die politisch und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Teilnehmenden, eine gute Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der schon bestehenden Strukturen (Energieagentur, Energieberatungsbüros, Interessenverbände) und ein transparentes Vorgehen aller Beteiligten.