Schön und nützlich oder Sondermüll?

Ob Gummistiefel, Spielzeug oder Kosmetikprodukte: Tests weisen immer wieder schädliche Chemikalien in Alltagsgegenständen nach!

Mit dem Herbst beginnt die Saison der Regenjacken, Gummistiefel und Matschhosen. Denn warme und trockene Kleider sind bei nasskaltem Wetter die beste Vorsorge gegen Krankheiten. Aber Regenbekleidung kann der Gesundheit und der Umwelt schaden, wenn sie giftige Stoffe enthält. Jüngere Tests wiesen in Regenjacken so viele giftige Chemikalien nach, dass sie eigentlich als Sondermüll gekennzeichnet werden müssten.

Die Schadstoffe werden vom Körper aufgenommen und schon geringe Mengen sind schädlich. Vor allem junge Organismen, die sich noch entwickeln, können so gravierend gestört werden. Gerade Kinder sind also gefährdet! Lern- und Immunschwächen, Fehlbildungen von Sexualorganen oder verfrühte Pubertät können die Folgen sein. Ricarda Prüßner vom Team der Göttinger BUND-Geschäftsstelle findet: „Damit muss Schluss sein! Wir müssen unser Kinder und unsere Umwelt schützen und für mehr Transparenz und gesunde Produkte sorgen.“

Dabei hilft die ToxFox-App des BUND. Sie gibt Auskunft über hormonell wirksame Schadstoff und ermöglicht es die „Giftfrage“ zu stellen. Seit 2007 haben Verbraucher*innen das Recht, bei Herstellern und Händlern nachzufragen: Enthält das Produkt Schadstoffe? Binnen 45 Tagen müssen diese antworten. Eine einfache Frage, die doppelt wirkt. Hersteller begreifen, unsere Kinderprodukte sollen schadstofffrei sein! Und belastete Produkte werden zu Ladenhütern.

Die App nutzt das Auskunftsrecht der Verbraucher, um eine möglichst umfassende Datenbank zu erstellen. Sie können dann direkt beim Einkaufen sehen, in welchem Produkt sich Schadstoffe verbergen oder einfach selbst die Giftfrage stellen. Spielzeuge, Regenkleidung und andere Kinderprodukte sind gerade zur Herbst- / Weihnachtszeit wieder stärker gefragt und wir möchten Sie bei Ihrem Einkauf und Ihre Kinder schützen. Helfen Sie deshalb mit, die Datenbank zu füllen!

ToxFox gibt es kostenlos im iTunesApp- oder Google Play Store herunterzuladen. Einfach den Barcode des fraglichen Produkts mit der Handykamera scannen und die Giftfrage starten. „Je mehr Menschen von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen, desto schneller tragen wir Schadstoff-Infos über Kinderproduktezusammen und desto auskunftsstärker wird der ToxFox,“ appelliert Prüßner.

Tipps z.B. für Kinderspielzeug

  • Kaufen Sie weniger und dafür hochwertige Produkte. Die sind oft teurer, häufig jedoch haltbarer und meist gesünder.
  • Vertrauen Sie Ihren Sinnen. Stark riechende Produkte enthalten oft ausgasende Stoffe, die die Gesundheit gefährden können. Auch auf Produkte mit Duftstoffen sollten Sie verzichten. MancheDuftstoffe können Allergien auslösen.
  • Verzichten Sie auf Produkte aus Weich-PVC (Polyvinylchlorid). Weich-PVC-Produkte, die gesundheitsschädliche Weichmacher enthalten, erkennt man auch an ihrer glänzenden, nach Plastikriechenden Oberfläche und einem „speckigen“ Griffverhalten.
  • Sorgen Sie für ein gutes Innenraumklima, denn Schadstoffe sammeln sich gerne im Hausstaub an.

Kontakt & Rückfragen:
BUND Geschäftsstelle Göttingen
Telefon: 0551/56156
mail@bund-goettingen

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Die renaturierte Leineaue ist ein Biodiversitäts-Hotspot

Exkursionsteam von BUND und BSG findet im renaturierten Abschnitt der Leineaue eine große Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten
Am bundesweit veranstalteten GEO-Tag der Natur untersuchten acht Experten und ca. 20 interessierte BürgerInnen den renaturierten Abschnitt der Leineaue auf Höhe der Lokhalle. Innerhalb von nur eineinhalb Stunden haben die Naturfreunde und -Experten insgesamt 116 (75 Pflanzenarten, 13 Vogelarten, 6 Hautflüglerarten (Bienen und Hummeln), 5 Schmetterlingsarten, 5 Schwebfliegenarten, 8 Arten des Makrozoobenthos, eine Libellenart und drei Fischarten) Pflanzen- und Tierarten gefunden und bestimmt.Darunter waren u. a. mehrere Exemplare des Ockergelben Dickkopffalters (Thymelicus sylvestris), der in Niedersachsen auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Schmetterlinge steht, die Schmetterlingsexperte Hans Günther Joger fand. Gewässerökologe Jürgen Rommelmann zeigte am Rande einer Sandbank die Kinderstube von Elritzen, welche in Niedersachsen stark gefährdet sind. Die botanische Artenliste führte die Naturschutzbeauftragte Britta Walbrun.Die TeilnehmerInnen waren überrascht und begeistert. Innerhalb weniger Jahre sind durch die Revitalisierungsmaßnahmen (Entfernen der Steinbefestigung am Rande des Normalwasserbetts, Abflachen der Böschungen, Einbringen von Röhricht) und die Eigendynamik des Fließgewässers aus einem strukturlosen Hochwassertrog Sand- und Kiesbänke, kleine Inseln sowie ruhige und stark bewegte Bereiche entstanden. Diese vielen Kleinststandorte ermöglichen jetzt, dass so viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten auf kleinem Raum leben können.
Ralph Mederake von der BUND-Kreisgruppe formulierte zum Schluss eine Forderung der Umweltverbände, dem alle Beteiligten zustimmten: „Die Revitalisierung der Leineaue musszeitnah fortgesetzt werden. Die Stadtverwaltung muss dazu Fördergelder beantragen unddie Politik muss dies einfordern.“

Dr. Ralph Mederake
BUND-Vorstand
Kontakt & Rückfragen: BUND Göttingen
Geiststraße 2
37073 Göttingen
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„ToxFox – Der Check auf Giftstoffe in Kinderspielzeug“

PRESSEMITTEILUNG des BUND Göttingen, 09. Mai 2017


Göttingen: Mit einem Infostand auf dem Marktplatz startete der BUND Göttingen am 09.05.2017 eine Informationskampagne zu gefährlichen Chemikalien in Kinderspielzeugen. Mit der bereits vor drei Jahren vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. für Smartphones entwickelten ToxFox-App ließen sich bislang nur Schadstoffe in Kosmetika, jetzt aber auch Schadstoffe in  Kinderspielzeug aufspüren! Ziel der Smartphone-App ist es, die Belastungen durch gesundheitsschädliche Chemikalien zu verringern. „Die Kleinsten sind besonders gefährdet!“, sagt der BUND Biochemieexperte Dr.v.Clausbruch. In acht von neun getesteten Kinderprodukten wies der BUND letztes Jahr gesundheitsschädliche Chemikalien nach.
Mit der auf dem Smartphone installierten ToxFox-App – Quelle: www.bund.net/toxfox - lässt sich über die Kamera der Barcode des Produktes scannen und direkt bei den Herstellern Informationen über besonders bedenkliche Inhaltsstoffe abfragen. Alle Schadstoffinformationen der Hersteller werden außerdem in einer zugehörigen Datenbank gespeichert und sind so auch anderen App-Nutzern zugänglich. "Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Kinderprodukte unbedenklich sind. Gesetzgeber und Hersteller gehen zu fahrlässig mit gefährlichen Chemikalien um. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Verbraucher selbst aktiv werden. Je mehr Menschen nach den verwendeten Chemikalien fragen, desto schneller werden die Hersteller reagieren und schadstofffreie Produkte auf den Markt bringen", sagt Frau Seeger von der BUND Geschäftsstelle Göttingen.
Der BUND appelliert besonders auch an Göttinger Kindertagesstätten bei der Beschaffung von Spielzeugen diese Informationsmöglichkeit zu nutzen und auch die Eltern darüber zu informieren. Entsprechende Kurzinformationen und Flyer wurden bereits an die Kindertagesstätten in Göttingen verteilt. Grundlage der "ToxFox-App" bei Kinderprodukten ist das  Verbraucherauskunftsrecht gemäß EUChemikalienverordnung REACH. Auf entsprechende Nachfragen müssen die Hersteller innerhalb von 45 Tagen darüber informieren, ob ihre Produkte besonders gefährliche Schadstoffe enthalten.


Pressefotos und Grafiken finden Sie unter:
https://www.bund.net/service/presse/pressebilder/aktionen/#c3482
Kontakt:
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Tel: 0551/56156www.bund-goettingen.de
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Die Leineaue unser naturnaher Erholungsraum in der Stadt– BUND fordert gesamtökologische Kostenrechnung für geplantes Hotelprojekt in grüner Oase

Ein mehr als 30 jähriges Engagement von Naturfreunden, Erholungsuchenden, Naturschutzverbänden und Politikern mit Zukunftsvisionen für die Entwicklung der Leineaue als erlebnisreiche Grünoase inmitten Göttingens droht ein herber Rückschlag. Nachdem in Verbindung mit naturverträglichem Hochwasserschutz die Leine in ihrem Hochwasserbett revitalisiert wurde und der für die Stadt Göttingen lebensnotwendige Grünzug auch im Umfeld naturnah aufgewertet wurde, haben die Göttinger Bürger die Leine und ihre Aue zum Baden, Lagern, Spielen, Spazieren und Radeln entdeckt. Jetzt aber plant die Stadtverwaltung und Politik einem Investor eine zum Grünzug Leineaue gehörende Grünfläche für einen Hotelneubau an der Carl-Zeiss-Straße zu überlassen. Die BUND-Kreisgruppe Göttingen kann nachvollziehen, dass die GWG als Betreiber der Lokhalle die wirtschaftliche Rentabilität der Lokhalle im Auge haben muss. Auch der Wunsch nach einem weiteren fußläufig ereichbaren Hotel für Tagungs- und Veranstaltungsgäste ist sicherlich berechtigt. Aber die BUND-Kreisgruppe lehnt den Hotelbau an dem vorgesehenen Platz kategorisch ab, da der Grünzug Leineaue in Zeiten der Klimaveränderung aus Sicht eines guten Stadtklimas, notwendiger naturnaher innerstädtischer Erholungsflächen und Lebensraum für Menschen, Flora und Fauna keinerlei Flächenverlust verträgt.

Der BUND fordert für die Planung eine gesamtökologische Kostenrechnung, die nicht nur den Grundstückpreis betrachtet, sondern im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung auch die ökologischen Kosten für Boden, Sträucher, Bäume, Frischluftraum, Erholungswert und Lebensraum berücksichtigt. Diese Kostenrechnung wird nach Überzeugung des BUND so hoch ausfallen, dass die Planung wirtschaftlich als unrentabel abschneiden wird. Statt dessen schägt der Umweltverband der Stadt vor, Flächen südlich der Lokhalle an der Kasseler Landstraße aufzukaufen, und dort die als notwendig erachteten Hotelkapazitäten zu schaffen.

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Wieder mit dabei! Fahrt zur Großdemo nach Berlin!

Bereits zum siebten Mal beteiligte sich die BUND Kreisgruppe Göttingen an der Demo „Wir haben es satt“ zum Auftakt der „Grünen Woche“ in Berlin. Die Kreisgruppe gehört damit zu den Beteiligten der ersten Stunde, die für ihre Mitglieder und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region Göttingen und Northeim eine Busfahrt nach Berlin organisiert. „Mittlerweile haben sich die Abläufe rund um die Organisation gut eingespielt“, freut sich Ann-Kathrin Schmidt vom Team der Göttinger BUND-Geschäftsstelle, die mit der Fahrt betraut ist. Entsprechend schnell waren dann auch die Karten für einen Platz im Bus vergriffen und die Fahrtkosten gedeckt. „Mit einem solchem Andrang haben wir gar nicht gerechnet, theoretisch hätten wir auch noch einen zweiten Bus ordern können“, berichtet Schmidt. Die Tickets wurden wie in den vergangenen Jahren in der Geschäftsstelle der Kreisgruppe und im „Roten Buchladen“ in Göttingen verkauft. Ausgestattet mit Banner, Fahnen, Hühnerkostümen und bunten Masken zeigten sich die BUND Aktiven rund um ihr weithin sichtbares Göttingen-Schild und in ihren BUND Jacken hochmotiviert. Von trompetenden Hühnern bis hin zu tanzenden Bienen war im bunten Umzug alles vertreten. „Wir haben mit viel positivem Spirit aber klarer Kante gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft zum Gelingen der Demo beigetragen“, sagt Hermann Merkord, Mitglied im Vorstand der engagierten Kreisgruppe. „Für uns ist diese Fahrt so ganz nebenbei auch ein sehr verbindendes Gruppenerlebnis, das motiviert und zusammenschweißt. Wir sind weiterhin dabei!“

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BUND und die BSG fordern Streichung der naturnahen Erholungsfläche „Am Bismarckstein“ aus dem Baulandmanagement der Stadt!

Pressemitteilung vom 14.12.2016

Die Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen sowie die Kreisgruppe Göttingen des BUND fordern die Streichung der Fläche „Am Bismarckstein“ aus dem Pool des Baulandmanagements der Stadt und unterstützen damit ausdrücklich eine gleichgerichtete Initiative mehrerer Parteien des Göttinger Stadtrats.
Das sogenannte Baulandmanagement stellt einen Pool an Reserveflächen dar, die zur Bebauung herangezogen werden können, falls die im neu aufgestellten Flächennutzungsplan vorgesehenen vorrangigen Bauflächen nicht ausreichen bzw. von der Stadt nicht alle erworben werden können. Damit droht einem sehr wertvollen, völlig ruhig außerhalb der Bebauung gelegenen Gebiet langfristig die Überbauung. Das Areal und sein Umfeld zeichnen sich durch hängige Mähwiesen, ungestörte Waldrandbereiche sowie saumartige Kalkmagerrasen aus, die als besonders schützenswerte Biotope seltene Arten wie Eidechsen und Orchideen beherbergen. Der von der Stadtverwaltung ausgewiesene Bereich „Am Bismarckstein“ liegt inselartig mitten im Landschaftsschutzgebiet und ist durch ein Wäldchen deutlich von der Bebauungsgrenze des Klausbergs getrennt. Eine Ausweisung dieser Fläche als Baugebiet würde den Vorgaben des Leitbilds 2020 der Stadt Göttingen widersprechen, welches den Erhalt naturnaher Strukturen anstrebt und Bebauungen im Außenbereich auf Arrondierungen bereits bestehender Baugebiete beschränkt.
Auch der von der Stadt beauftragte unabhängige Gutachter hat in seiner schriftlichen Stellungnahme die Bebauung der Fläche „Am Bismarckstein“ als problematisch bezeichnet und diese negative Bewertung mündlich in der gemeinsamen Sitzung von Umweltausschuss und Bauausschuss zum Flächennutzungsplan herausgehoben.
Mittlerweile haben die starken Proteste in der Bevölkerung gegen ein Baugebiet am Bismarckstein zur Initiierung einer Petition geführt, bei der bereits mehrere hundert Unterschriften zusammen gekommen sind. Die Anwohner und Naturfreunde befürchten zu Recht, dass mit dem Bau einer Streusiedlung am Bismarckstein weitere einschneidende Baumaßnahmen und Störungen verbunden wären, etwa die Asphaltierung des jetzigen Sandwegs, die Legung von Gas- und Versorgungsleitungen durch das Wäldchen, evtl. sogar die Straßenanbindung zur B 27.
Die Bebauung dieses Gebiets war in den ersten Entwürfen der Stadtverwaltung für den Flächennutzungsplan gar nicht enthalten und ist jetzt nur aufgenommen worden, weil ein bekannter Göttinger Immobilienmakler dort Grundstücke erworben hat und nun bauen will. „Es kann doch nicht sein, dass der gesetzliche Landschaftsschutz kurzerhand aufgehoben, das Landschaftsbild erheblich gestört und die Erholungsnutzung der Bevölkerung deutlich eingeschränkt wird, nur weil ein einzelner Investor ein Sahnestück Göttingens vermarkten möchte“, betont Hans Günter Joger von der Biologischen Schutzgemeinschaft.
Die Göttinger Umweltverbände hoffen daher sehr, dass die politische Initiative zur Streichung der Fläche „Am Bismarckstein“ aus dem Baulandmanagement im Stadtrat Erfolg haben wird.

Kontakte:
Biologische Schutzgemeinschaft: 0551-43477
BUND Kreisgruppe Göttingen: 0551-56156

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Jäger schießen mehr Wild – Oh, Tannenbaum!

Leserbrief vom 03. Dezember 2016 

Tierschützer werden‘s mit Entsetzten gelesen haben: „Niedersachsens Jäger schießen mehr Wild“ - so berichtete das GT am 03.12.2016. Aus Naturschutzsicht ist dies eine erfreuliche Nachricht! Denn was schon viel zu lange und nicht nur in den Niedersächsischen Wäldern vonstatten geht, kommt einer Massentierhaltung nah. Sicher, was die Bestände an Schwarzwild betrifft, geht dies Übel auch auf‘s Konto des überbordenden Maisanbaus. Aber, damit die private Jägerschaft immer reichlich vor die Flinte bekommt, wurde immer schon und immer noch gerade in privaten Forsten zugefüttert und so eine gefräßige „Übervölkerung“ unter anderem an Rehwild begünstigt. Dies geht erheblich zulasten einer natürlichen Waldverjüngung, die damit jegliche Chance verloren hat. Ein Beispiel dafür ist auch die Weißtanne, die zu Weihnachten zwar alle Jahre wieder mit „Oh Tannenbaum“ gern besungen wird aber aus unseren Wäldern vom Rehwild längst und fast gänzlich weg gebissen wurde. Nur mit großen Bemühungen und durch aufwendige Schutzmaßnahmen kann die Landesförsterschaft den Jungwald vor dem völlig überhöhten Bestand an Rehwild schützen. Die Frage, wie viel Rehwild denn eine natürliche Waldentwicklung überhaupt verträgt, muss deshalb noch deutlich stärker zum Leitgedanke bei Diskussionen zwischen Landesforsten und Jagdverbänden erhoben werden. Jedoch sind mit der objektive Antwort darauf in weiten Kreisen der Jägerschaft kaum Freunde zu gewinnen. Dennoch: Erst wenn wir die Weißtanne, den „Oh Tannenbaum“, in unseren Wäldern wieder natürlich aufwachsen sehen können, erst dann ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Waldfläche und Wildbestand wieder hergestellt.

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Müllberge reduzieren - Ressourcen schützen

29. November 2016

Was sind die großen Themen unserer Zeit? Im Zuge schwindender Ressourcen und gleichzeitig immer weiter wachsendem Hunger nach Rohstoffen stellt sich unweigerlicher die Frage, wie das Aufkommen von Müll möglichst gering gehalten werden kann. Vom 19. bis zum 27. November wurde diesem Thema mit der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ besondere Aufmerksamkeit zuteil.

In Deutschland werden Tag für Tag über 320.000 Kaffee-Pappbecher aus Automaten gezogen oder über die Verkaufstheken gereicht, ausgetrunken und weggeworfen – besonders nachhaltig ist das nicht. Das es auch anders geht, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Freiburg: Ihren Coffee-to-go können sich Kunden in den „Freiburg Cup“, einem wiederverwendbaren Mehrwegbecher im Gewand der Freiburger Skyline, füllen lassen und somit effektiv zur Müllvermeidung beitragen. An der Aktion von Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg und der Stadtverwaltung beteiligen sich derzeit 16 Cafés und Bäckereien in der Innenstadt, der Becher wandert nach dem Morgenkaffee zurück ins Geschäft und der Kunde erhält 1 Euro Pfand zurück. Freiburg hat dem Pappbecher damit freilich nicht alleine den Kampf angesagt, unter anderem in Tübingen und der Berliner S-Bahn gibt es ähnliche Aktionen. Auch in Niedersachsen tut sich in Sachen "Pfand-Pappbecher" etwas. Derzeit prüfe das Umweltministerium verschiedene Möglichkeiten, um die hohe Zahl von Einweggetränkebehältern zu reduzieren (GT berichtete). „Unsere Gesellschaft wird heutzutage auch gerne als Wegwerfgesellschaft bezeichnet – Qualität verliert immer mehr an Bedeutung, Quantität wird immer wichtiger. Konsum wird schnelllebiger und produziert jede Menge Müll, der eigentlich vermieden werden könnte. Dabei kann jeder mithelfen, die Müllproduktion zu verringern! Mehrweg-Coffee-to-go-Becher als gängiger Anfang sind ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärt Marlin Seeger, FÖJlerin bei der Göttinger Kreisgruppe des BUND. In Göttingen gibt es bereits erste positive Beispiele. Beim nächsten "Coffee-to-go" also einfach mal nachfragen oder gleich einen eigenen Becher mitbringen!

Interesse am Thema Ressourcenschutz und Müllvermeidung geweckt? Die BUND-Geschäftsstelle in der Geiststraße hält vielfältiges Informationsmaterial vor.

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SuedLink beerdigt Bürgerbeteiligung

Leserbrief vom 24.11.16


Mit einem personellen Großaufgebot warb das Team des Planungsbüros TenneT in Göttingen unlängst für die gemeinsame Suche nach einem geeigneten Verlauf für die von der Bundesnetzagentur geplante Stromtrasse „SuedLink“. Die Planung wurde sehr transparent dargestellt und die Beteiligungsmöglichkeiten per Internet sehr komfortabel eingerichtet. So darf nun jede und jeder ein bisschen mitreden über einen Trassen-Planungsstreifen von 1000m Breite. Und irgendwo innerhalb dieses Streifens wird dann das Hochspannungskabel unter die Erde gebracht – abgesegnet durch Bürgerbeteiligung!

Damit ist dann aber die gewollte Bürgerbeteiligung auch schon am Ende! Denn ob diese gigantische Leitung überhaupt Sinn macht bzw. wirklich gebraucht wird oder gar durch die Umsetzung einer regional angepassten, dezentral aufgebauten Energieversorgung überflüssig gemacht werden könnte, wie z.B. durch Energiekonzepte in Bürgerhand nach dem Vorbild Jühnde und weiterer, diese Art von Bürgerbeteiligung droht mit dem SuedLink „beerdigt“ zu werden.

Nicht zuletzt fragt man sich doch auch, wieso nicht bundesweit zu verlangen ist, dass andere Kommunen und Landkreise sich ähnlich ambitioniert, wie im „Göttinger Land“ für eine lokale Umsetzung der Energiewende stark machen, also dezentral und bürgernah. Das Projekt SuedLink eröffnet der regionalen Energiewende jedenfalls keine weitere Perspektive sondern führt lediglich zu Schäden in unseren Böden, in der Natur und Landschaft. Weil wir bessere Optionen verfolgen können, müssen sich die Stadt und der Landkreis Göttingen zum „Raumwiderstand“ ersten Grades gegen den SuedLink erheben!

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Raus aus der Schublade - rein in die "Mobile Box"

3.11.2016

Ob in Schubladen oder in Kartons auf dem Dachboden: In vielen Haushalten landen alte Handys nicht etwa im Müll, sondern werden irgendwo eingelagert und meist vergessen. Mobiltelefone sind mit weiteren elektronischen Kleingeräten hauptverantwortlich für den sogenannten „e-waste“ – also den Elektromüll. Dabei sind in den alten Geräten viele wertvolle Rohstoffe verbaut, die wiederverwendet werden können. Mit der „Mobile Box“ gibt es die Gelegenheit, die angestaubten Schätzchen wieder einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Seit mittlerweile einem Jahr ist die Göttinger Kreisgruppe des BUND Sammelstelle für Handys, in der Geschäftsstelle in der Geiststraße können die alten Knochen in der „Mobile Box“ abgegeben werden. Weitere Annahmestellen finden sich im Brothofladen Waake und im Bioladen „Lebenskunst“ in Duderstadt. Die gesammelten Handys werden vom BUND an den Recycling-Partner „Mobile Box“ verschickt. Rund 95% der Altgeräte werden direkt recycelt, etwa 5% der gesammelten Handys verbleiben weiter in der Nutzung – zuvor werden jedoch die Werkseinstellungen wieder hergestellt und mögliche Restdaten gelöscht. „Durch die Rückführung der verbauten Materialien wie Gold, Silber und Kupfer in den Rohstoffkreislauf müssen weniger Rohstoffe unter umweltschädlichen und menschenfeindlichen Bedingungen abgebaut werden“, informiert Hermann Merkord vom BUND Göttingen über die Aktion. Insbesondere der Abbau der begehrten und knappen Erden sorgt in Afrika für die Zerstörung von bedrohten Lebensräumen, vielfach findet der Abbau unter Sklaverei ähnlichen Bedingungen statt.

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Gefiederte Mitbewohner herzlich willkommen

Bild: Klaus Roggel

26.10.2016

Früher häufige Gäste in der Nähe von Siedlungen und Höfen, heute nur noch selten zu beobachten: Gebäudebrütende Vogelarten wie der Mauersegler finden immer seltener einen Nistplatz und sind deshalb in ihrem Bestand stark rückläufig.

Der Mauersegler, eigentlich ein Kulturfolger, steht durch das rasche Schwinden seines Lebensraums bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Insbesondere energetische Sanierungen an alten Gebäuden sorgen dafür, dass potentielle Nistplätze nach und nach verschlossen werden und die Vögel bei ihrer Rückkehr aus den Winterquartieren in Afrika wortwörtlich vor verschlossenen Türen stehen. Um diesen Trend auffangen zu können, setzt sich die Göttinger Kreisgruppe des BUND Göttingen für die Schaffung geeigneter Lebensräume im urbanen Umfeld ein. „Der Schutz solcher Arten ist oft denkbar einfach und auch nicht unbedingt kostenaufwendig. Nisthilfen können selbst gebaut oder im Fachhandel gekauft werden“, berichtet Ann-Kathrin Schmidt vom BUND Göttingen. Im Stadtbereich empfiehlt die Kreisgruppe die Anbringung von Mauersegler- oder Fledermauskästen. „Mauerseglerkästen müssen in der Regel nicht gereinigt werden, auch Fassaden werden durch die neuen Mitbewohner nicht in Mitleidenschaft gezogen“, ergänzt Schmidt. Anzubringen sind die Nistkästen in mindestens fünf Meter Höhe beispielsweise unter Dachvorsprüngen oder an Hausecken. Mit verhältnismäßig kleinem Aufwand lässt sich also ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt leisten. Bei Interesse schickt der BUND Infomaterial rund um das Thema „Artenschutz am Gebäude“ zu, Infos gibt es auch auf der Internetseite der Kreisgruppe.

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Bienenkunde im Botanischen Garten

15.06.2016

BUND setzt Bienenprojekt mit drei Göttinger Schulen um

Drei Schulklassen aus Göttingen und der Region haben sich am Bienenprojekt der Naturschutzorganisation BUND in Göttingen beteiligt. Jetzt gingen die Schüler auf Entdeckertour im Alten Botanischen Garten, in dem wegen seiner Pflanzenvielfalt viele Bienenarten auf engstem Raum leben. Gartenhummel, Wiesenhummel, Schenkelbiene – wenn Hubertus Rölleke sein Netz schwingt, hat er gleich mehrere Bienenarten gefangen. Der Imker und Umweltpädagoge lässt sie in kleine Röhrchen krabbeln und reicht sie den Schülern vom Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), die mit ihm auf Bienenkunde sind. Anschließend entlässt er die Tiere wieder in die Freiheit.
Der Alte Botanische Garten sei für die Exkursion der ideale Ort. „Wegen der Pflanzenvielfalt leben hier viel mehr Wildbienenarten auf engstem Raum als in der Natur“, erklärt Rölleke. Die Schüler stehen vor einem Gilbweiderichbeet und warten. „Wenn man genau auf eine Stelle guckt, sieht man es Wuseln“, sagt Rölleke. Er weiß genau, auf wen er wartet, denn auf Gilbweiderich stehen vor allem die Schenkelbienen. Die meisten anderen Arten schwirren nach einer kurzen Visite wieder ab. Die Pflanzen würden nämlich keinen Nektar, sondern nur eine Art Öl produzieren, und das verträgt nicht jeder.
Der elfjährigen Marie gefällt, „dass wir für die Bienen so viel machen können und so viel über die Arten lernen.“ Ida, die mit Marie in die fünfte Klasse geht, hat in dem Bienenprojekt zum ersten Mal eine Hummel angefasst. Antonia ist von der Artenvielfalt begeistert: „Selbst beim ersten Strauch hatten wir sieben oder acht Arten gefunden“, sagt die Zehnjährige. Die THG-Schüler sind Mitglieder der Garten-AG der Schule und es gewohnt, viel draußen zu sein, erklärt die elfjährige Josefine. Bei dem Bienenprojekt würden die Kinder frühzeitig lernen, was im Leben wichtig ist, erklärt Projektleiter Juan Torroba Bordallo vom BUND. „Die Biene ist Teil einer sehr wichtigen Kette“, sagt Torroba Bordallo. Der Bund will am Beispiel der Wildbienen das Thema Artenvielfalt in die Schulen tragen und die Schüler für Naturprozesse sensibilisieren.
Drei Schulen sind an dem Bienenprojekt beteiligt: die Wilhelm-Busch-Schule Ebergötzen, die Wilhelm-Henneberg-Schule und das Theodor-Heuss-Gymnasium. Erst gab es theoretischen Unterricht, dann Workshops. Dabei bauten die Schüler Nisthilfen und legten wildbienen-gerechte Blühflächen auf ihrem Schulgelände an. Außerdem schauten sie einem Imker über die Schulter.

Wildbienen-Projekt

Das Projekt soll Auftakt für die Kooperation mit Göttinger Schulen zum Thema Wildbienen sein. 560 Bienenarten kommen in Deutschland vor und mehr als die Hälfte sind gefährdet. Die Naturschutzorganisation BUND will mit dem Wildbienenschutzprojekt ein beispielhaftes Leuchtturmprojekt schaffen. am Donnerstag, 16. Juni, informieren teilnehmende Schüler von 14 bis 16 Uhr am Göttinger Gänseliesel. Weitere Informationen, auch zu der Abschlussveranstaltung, gibt es im Internet auf bund-goettingen.de. 

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Die Mobile Box kommt jetzt auch nach Duderstadt!

01.04.2016

Der BUND Göttingen sammelt seit November 2015 gebrauchte Mobiltelefone. Endlich gibt es auch eine Sammelstelle in Duderstadt!

Abgeben könnt Ihr eure alten „Knochen“ jetzt im Bioladen Lebenskunst in Duderstadt, beim Brothofladen Waake und natürlich weiterhin beim BUND Göttingen! Aktuell liegen mehr als 100 Millionen ungenutzte Handys in deutschen Haushalten, so eine repräsentative Studie des Branchenverbands Bitkom. „Jedes einzelne Gerät enthält wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer, die heutzutage problemlos recycelt werden können“, sagt Ann-Kathrin Schmidt von der Kreisgruppe Göttingen. „Wiederaufbereitete Rohstoffe müssen nicht mehr unter umweltschädigenden Bedingungen abgebaut werden, wodurch Natur und Mensch geschützt werden.“

Die zurückgenommene Mobiltelefone werden von einem zertifizierten Recycling-Betrieb umweltschonend weiter verwertet. Aktuelle und vollfunktionsfähige Modelle wie Smartphones (ca. 5 %) werden nach einer vollständigen Datenlöschung innereuropäisch wiederverwendet. Dies entspricht einem der zentralen Grundsätze des Kreislaufwirtschaftsgesetzes “Wiederverwendung vor Verwertung”. Ein Teil des Erlöses geht an den BUND, womit Umweltprojekte unterstützt werden, währen der andere Teil für die Organisation und Durchführung der Rücknahme benötigt wird.

Ermöglicht wird die Rücknahme durch eine Partnerschaft des BUND Niedersachsens mit Mobile-Box. Mobile-Box wurde 2012 von zwei BUNDlern gegründet und ist ein beim Umweltamt angezeigtes Rücknahmesystem für gebrauchte Mobiltelefone. Das Ziel von Mobile-Box ist es, jedem Einzelnen eine bequeme und vor allem umweltgerechte Entsorgung seiner alten Handys zu ermöglichen. Dadurch soll die Recyclingquote in Deutschland erhöht und der Rohstoffkreislauf ausgedienter Mobiltelefone geschlossen werden.

Mehr Infos zur Mobilen Box
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Bingo-Umweltstiftung fördert Wildbienen-Workshops in Göttingen

31.03.2016

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert das nähere Kennenlernen der Wildbienen mit 8340 Euro. Mit dieser Unterstützung kann der BUND Göttingen an drei Schulen praktisch orientierte Bienen-Workshops anbieten. Die Schülerinnen und Schüler können Wildbienen im Gelände beobachten, etwas über die Imkerei lernen oder ein Beet mit heimischen Blumen und Nisthilfen gestalten. Darüber hinaus erhalten die Schulen Lehrmaterial.

Das Projekt des BUND ist nach Auffassung der Stiftung schon deshalb wertvoll, weil die eng gesteckten Lehrpläne häufig keine Zeit für praktischen Natur-Unterricht lassen. Zudem ist von der Nachhaltigkeit des Projekts auszugehen, weil der BUND Göttingen den Schulen langfristig beratend zur Seite steht.


Die Schul-Workshops sollen der Grundstein für ein lokales Netzwerk derjenigen sein, die sich in Göttingen im Wildbienenschutz engagieren. Der BUND setzt deshalb auf Kontakte zum Regionalen Umweltzentrum Reinhausen, zur Universität Göttingen, zur Imkerschaft, zu Kleingartenvereinen sowie zur Unteren Naturschutzbehörde. Auch die Kinder-/Jugendgruppen des BUND und der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e.V. sollen sich mit „Wildbienen“- befassen und zum Beispiel Nisthilfen bauen oder die Schulen bei der langfristigen Biotoppflege unterstützen.

Die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.

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Energiewende im Kino

22.03.16

Firmen aus der Region ermöglichen kostenfreien Kinobesuch für Göttinger SchülerInnen

 

Die Energiewende ist richtig und wichtig! Doch wie kann sie rasch umgesetzt werden? Antworten auf diese Frage zeigt der neue Kinofilm „POWER TO CHANGE – Die EnergieRebellion“ von Carl-A. Fechner. Im Rahmen der Klimaschutztage der Stadt Göttingen finden die Filmvorführungen im Lumière Göttingen statt. Für 270 Schülerinnen und Schüler übernehmen die Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen, Pro Office, Das Backhaus, die Naturkelterei Ott und der Gärtnerhof Landolfshausen den Eintritt. Die Organisation dessen erfolgt durch regionale Akteure: den Bund für Umwelt- und Naturschutz Göttingen e.V., die Energieagentur Region Göttingen e.V., die Stadt Göttingen und den Landkreis Göttingen.
Der 90-minütige Film handelt von einer großen Vision und Menschen, die sie umsetzen: Die Zukunft der Energieversorgung. Im Dezember 2015 wurde auf der Klimakonferenz in Paris beschlossen, dass die Treibhausgasemissionen stark reduziert werden sollen. Die Erwärmung der Erde soll auf 1,5 Grad begrenzt und damit der Klimawandel gestoppt werden. Um dies zu erreichen muss die Energieversorgung gewandelt werden. Regisseur Carl-A. Fechner nimmt seine Zuschauer mit auf eine Reise in ein Land, in dem sich Hunderttausende für diese Wandel der Energieversorgung einsetzen. Deutschland steht vor der größten strukturellen Veränderung seit Beginn des Industriezeitalters und braucht dafür unzählige Mitgestalter der Energiewende. Mit POWER TO CHANGE – DIE ENERGIEREBELLION wird das Jahrhundertprojekt Energiewende filmisch erlebbar.
Der Film ist ausgelegt für die Sekundarstufe I (ab Klasse 7) und Sekundarstufe II. Er
spricht vor allem Themen aus den Fächern: Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde/Politik,
Wirtschaft, Religion, Ethik und Philosophie an. Termine für die Schulvorstellungen sind am Mittwoch, 20.04.2016, 9.45 Uhr (bis ca. 11:15 Uhr) und am Freitag, 22.04.2016, 11.40 Uhr (bis ca. 13:15 Uhr). Bitte melden Sie ihre Klassen bis zum 06.04. bei der Kreisgruppe des BUND Göttingens unter mail@bund-goettingen.de oder per Telefon & Fax unter 0551-56156 an.

Weitere Vorführungen am Abend:
14. April 2016 um 20 Uhr – Premiere mit Regisseur Carl-A. Fechner

16. April 2016 um 18 Uhr

19. April 2016 um 18 Uhr 

20. April 2016 um 22 Uhr

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Alte Handys bekommen neuen Glanz

22.03.2016

Der BUND Göttingen sammelt seit November 2015 gebrauchte Mobiltelefone und führt sie einem Recycling-Betrieb zu. Neben der Sammelstelle im Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum e.V. in der Geiststraße 2 können die „alten Knochen“ nun auch im Brothofladen in Waake abgegeben werden.


An die 200 Handys haben Göttinger BürgerInnen bereits beim BUND abgegeben. In den Schubladen liegen jedoch noch viele weitere ungenutzte Handys. Eine  repräsentative Studie des Branchenverbands Bitkom schätzt die Anzahl dieser auf aktuell mehr als 100 Millionen. „Jedes einzelne Gerät enthält wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer, die heutzutage problemlos recycelt werden können“, sagt Ann-Kathrin Schmidt von der Kreisgruppe Göttingen. „Wiederaufbereitete Rohstoffe müssen nicht mehr unter umweltschädigenden Bedingungen abgebaut werden, wodurch Natur und Mensch geschützt werden.“

Die zurückgenommene Mobiltelefone werden von einem zertifizierten Recycling-Betrieb umweltschonend weiter verwertet. Aktuelle und vollfunktionsfähige Modelle wie Smartphones (ca. 5 %) werden nach einer vollständigen Datenlöschung innereuropäisch wiederverwendet. Dies entspricht einem der zentralen Grundsätze des Kreislaufwirtschaftsgesetzes “Wiederverwendung vor Verwertung”. Ein Teil des Erlöses geht an den BUND, womit Umweltprojekte unterstützt werden, währen der andere Teil für die Organisation und Durchführung der Rücknahme benötigt wird.

Ermöglicht wird die Rücknahme durch eine Partnerschaft des BUND Niedersachsens mit Mobile-Box. Mobile-Box wurde 2012 von zwei BUNDlern gegründet und ist ein beim Umweltamt angezeigtes Rücknahmesystem für gebrauchte Mobiltelefone. Das Ziel von Mobile-Box ist es, jedem Einzelnen eine bequeme und vor allem umweltgerechte Entsorgung seiner alten Handys zu ermöglichen. Dadurch soll die Recyclingquote in Deutschland erhöht und der Rohstoffkreislauf ausgedienter Mobiltelefone geschlossen werden.

Mehr Infos: http://mobile-box.eu/

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Die Erde braucht Freunde

22.03.2016
Der BUND informiert und wirbt für sich und seine Projekte vom 29. März bis 2. April 2016

Ab Montag, den 29. März, bis einschließlich Samstag, den 2. April, wird ein Team des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in der Göttinger Innenstadt über den gemeinnützigen Verein und seine Projekte informieren.
Ann-Kathrin Schmidt, Kreisgruppen-Koordinatorin der Kreisgruppe, wünscht sich: „Es mögen möglichst viele Bürgerinnen und Bürger die Arbeit des BUND kennen lernen und das Angebot nutzen, die wertvolle Arbeit zu unterstützen. Besonders freuen wir uns über Menschen – ganz gleich ob jung oder alt – die sich ehrenamtlich engagieren wollen und natürlich über neue Mitglieder, welche unsere umweltpolitische und gemeinnützige Arbeit mit ihrer Stimme und einem frei zu wählenden finanziellen Beitrag unterstützen. Der BUND ist ein Mitgliederverband und je stärker unsere Gemeinschaft ist, desto mehr erreichen wir natürlich für Umwelt und Natur. Das berufliche Team ist direkt vom Verband und informiert Sie gerne über die bestehenden Möglichkeiten zur Mithilfe. Wir freuen uns auf Sie!
Über den BUND:
Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland e.V. (BUND) ist ein gemeinnütziger Verband, der sich seit über dreißig Jahren vielfältigen Natur- und Umweltschutzthemen widmet. Dabei wirkt er überwiegend lokal und regional und ist zusätzlich im weltweit größten Umweltschutznetzwerk Friends Of The Earth International organisiert.
Nach § 63 des Bundesnaturschutzgesetzes ist der BUND als Umweltverband anerkannt und wird bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört. Dabei arbeitet er wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Derzeit hat der BUND über 500.000 Mitglieder. Sie sind in einem flächendeckenden Netz von über 2.000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert. Dazu kommen ca. 800 Kinder- und Jugendgruppen, mit insgesamt knapp 40.000 Mitgliedern, die in einer eigenen Jugendorganisation, der BUNDjugend, organisiert sind.
Der BUND will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren. Dabei verstehen wir uns als Anwalt für Natur, Landschaft und Mensch. Unser Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tiere und Pflanzen zu erhalten.

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Gärtnern natürlich und ohne Gift

19.03.2016

Im Rahmen der weltweit elften „Woche gegen Pestizide“ informiert die BUND Kreisgruppe Göttingen am 23. März 2016 mit einem Informationsstand in Göttingen am Kornmarkt über Möglichkeiten und Vorzüge des giftfreien Gärtnerns.

Pestizide sind Gifte und deshalb nicht nur problematisch für die Umwelt und Natur, sondern auch für uns Menschen. Mit der Vielfalt an Pflanzen ist auch die Vielfalt an Insekten und Wildbienen drastisch zurückgegangen. Zahlreiche Tiere finden keine Nahrung mehr, weil ihre Lebensgrundlage durch den Pestizideinsatz zerstört wurde. Es muss schnellstmöglich ein Umdenken stattfinden, fordert der BUND. Gerade im privaten Garten sollte unbedingt auf Pestizide verzichtet und im Einklang mit der Natur gegärtnert werden.

Der BUND warnt: Pestizide sind fast ohne Ausnahme für Menschen gesundheitsschädlich. Obst und Gemüse vor dem Verzehr zu waschen, da es ja "gespritzt" sein könnte, reicht schon lange nicht mehr. Pestizide tauchen in verschiedener Weise in unseren Nahrungsmitteln auf und die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit können ganz unterschiedlich sein. Die Liste der möglichen Gefährdungen ist lang: von akuten und chronischen Hauterkrankungen über Vergiftungserscheinungen bei direktem Kontakt, Krebs, Fruchtbarkeits- und Erbgutschäden bis hin zu Missbildungen bei Neugeborenen. Pestizide werden insgesamt zu den gefährlichsten Umweltgiften der Welt gezählt. Sie sollten deshalb aus Gärten, Feldern und Wäldern verbannt werden, fordert der BUND.

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Junior Ranger finden Schatz - und halten ihn übers Feuer

26.02.2016

Aktion im Wald von BUND Göttingen und biologischer Schutzgemeinschaft

Göttingen. Natur erkunden, Tiere bestimmen, Feuer machen: Ein volles Programm haben die„Göttinger Junior-Ranger“ am Sonnabend absolviert. Zum Schluss wartete ein Schatz mit süßem Inhalt. Angeboten wurde die Aktion für Zehn- bis 14-Jährige vom BUND Göttingen und der biologischen Schutzgemeinschaft. Elf Stationen hatten sich die Betreuerinnen Pauline Kratzat und Sina Bsdurek für die Kinder ausgedacht. Und die begaben sich rund um die Waldheimhütte der reformierten Gemeinde sofort auf Spurensuche.

Zuerst sollten acht unterschiedliche Tiere auf dem Gelände gesucht werden. Der zehnjährige Pelle war dafür zuständig, verrottetes Holz umzudrehen. Oskar suchte dann darunter nach allerlei Getier und wurde fündig. „Ich habe Hundertfüßler und Nacktschnecken entdeckt“, erzählte der Elfjährige. Er habe aber auch den ein oder anderen Buntspecht im Wald gehört: „Die haben die ganze Zeit geklopft.“ Und zusammen mit seinem Freund Pelle habe er sogar einen Bussard gesehen, sagte Oskar. An einer anderen Station sollten die Kinder Luftballons zum Platzen bringen. „Da waren kleine Buchstaben drin, die das Wort Bärlauch ergaben“, erklärte Oskars Bruder Robert. „Das hat Spaß gemacht“, sagte Pelle. Pelle war es auch, der förmlich über den Schatz stolperte, den Kratzat und Bsdurek auf dem Gelände versteckt hatten. Der enthielt zwar keinen Schmuck oder Goldtaler, dafür aber kleine süße Marshmallows. Schnell wurde ein Feuer entfacht. Und dann rösteten die Kinder die Süßigkeit über dem Feuer. Das schmeckte nicht nur, sondern hielt an diesem Recht kühlen Vormittag auch schön warm.

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Sammelaktion alter Handys erfolgreich

03.02.2016

BUND Göttingen sammelt weiter und trägt somit zum Ressourcenschutz bei

Die Göttinger Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sammelt seit November 2015 gebrauchte Mobiltelefone und lässt diese anschließend umweltgerecht recyceln. Viele Göttinger haben diesen Service bereits genutzt und ihre alten „Knochen“ zum BUND gebracht. Dadurch können die in den Handys enthaltenen Rohstoffe wiedergewonnen werden. Die Aktion läuft noch weiter! Nachwievor können alte Handys kostenlos wochentags zwischen 10:00 und 12:00 Uhr und donnerstags von 17:00 bis 17:30 Uhr sowie nach Vereinbarung in der Geschäftsstelle des BUND Göttingen in der Geiststraße 2 abgegeben werden.

Zum Hintergrund: Aktuell liegen mehr als 100 Millionen ungenutzte Handys in deutschen Haushalten, so eine repräsentative Studie des Branchenverbands Bitkom. „Jedes einzelne Gerät enthält wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer, die heutzutage problemlos recycelt werden können“, sagt Ann-Kathrin Schmidt von der Kreisgruppe Göttingen. „Wiederaufbereitete Rohstoffe müssen nicht mehr unter umweltschädigenden Bedingungen abgebaut werden. Dadurch werden Natur und Mensch geschützt.“

Die zurückgenommene Mobiltelefone werden von einem zertifizierten Recycling-Betrieb umweltschonend weiter verwertet. Aktuelle und vollfunktionsfähige Modelle wie Smartphones (ca. 5 %) werden nach einer vollständigen Datenlöschung innereuropäisch wiederverwendet. Dies entspricht einem der zentralen Grundsätze des Kreislaufwirtschaftsgesetzes “Wiederverwendung vor Verwertung”. Ein Teil des Erlöses geht an den BUND, womit Umweltprojekte unterstützt werden, währen der andere Teil für die Organisation und Durchführung der Rücknahme benötigt wird.

Ermöglicht wird die Rücknahme durch eine Partnerschaft des BUND Niedersachsens mit Mobile-Box. Mobile-Box wurde 2012 von zwei BUNDlern gegründet und ist ein beim Umweltamt angezeigtes Rücknahmesystem für gebrauchte Mobiltelefone. Das Ziel von Mobile-Box ist es, jedem Einzelnen eine bequeme und vor allem umweltgerechte Entsorgung seiner alten Handys zu ermöglichen. Dadurch soll die Recyclingquote in Deutschland erhöht und der Rohstoffkreislauf ausgedienter Mobiltelefone geschlossen werden.

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Schulzeit für Wildbienen

08.01.2016

BUND Kreisgruppe Göttingen startet Wildbienen-Projekt an Göttinger Schulen und ruft zur Teilnahme auf!

Der BUND Göttingen bietet Göttinger Schulen ein Kooperationsprojekt an, um die vielfältige Welt der Wildbienen, ihre Lebensweise und ihre Bedeutung in der Natur durch verschiedene pädagogische Angebote vertraut zu machen. Dies umfasst z.B. die Beobachtung von Wildbienen und deren Bestimmung, Erkenntnisse über artgerechte Lebensräume, das Anlegen von entsprechenden Blühflächen und den Bau von Nisthilfen. Natürlich wird auch die Honigbiene und die Imkerei ein Thema sein. Ziel ist es, mit den Kindern im Bereich der Schule einen Lebensraum für möglichst verschiedene Wildbienenarten zu schaffen um auf diese Weise für das Thema Artenvielfalt zu sensibilisieren.

Denn Wildbienen leisten einen äußerst wichtigen Beitrag als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Studien zufolge haben sich in Deutschland die Wildbienenpopulationen deutlich verringert. Mehr als die Hälfte der rund 560 Arten sind gefährdet und einige Arten sind bereits vom Aussterben bedroht. Hierfür wird vorrangig der von der industriellen Landwirtschaft praktizierte Einsatz von Herbiziden oder das Überpflügen möglicher Blühflächen in der Feldflur verantwortlich gemacht.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND e.V.) arbeitet seit Jahren aktiv am Schutz von Wildbienen und ihren Lebensräumen. Dabei haben viele Projekte das Ziel durch lokale Aktionen, bei denen Kinder und Jugendliche die Hauptakteure sind, dieses Thema einem jungen Publikum näher zu bringen. Die Erfahrung zeigt, dass Jugendliche sich schnell für das Thema begeistern lassen. Dabei ist es wichtig, dass sie die Wildbienen als wichtige „Akteure“ natürlicher Prozesse selber entdecken und begreifen, und das auch im städtischen Umfeld Lebensraum hierfür geschaffen werden kann.

Alle interessierten Schulen sind herzlich eingeladen mit dem BUND in Göttingen Kontakt aufzunehmen – Tel. 0551 56156 oder mail@bund-goettingen.de

 

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Berichterstattung des Göttinger Tageblatts hier.

Mehr Bio für unser Klima

14.12.2015

BUND Göttingen kritisiert Abschluss der Klimakonferenz und wirbt mit Aktionen in der Göttinger Innenstadt nicht nur für einen schnelleren Ausstieg aus der Kohle

Das Paris-Abkommen zum Klimaschutz kann keine angemessene Antwort auf die drohendeKlimakatastrophe sein. Zwar ist es ein starkes Zeichen, dass alle Länder Anstrengungenunternehmen müssen, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels abzuwenden. Um einer Erderwärmung entgegenzuwirken ist längst nicht nur ein schneller Ausstieg aus der Kohle notwendig. Ein großer Beitrag zum Klimaschutz auch für die Region Göttingen wäre außerdem ein einsgesamt ökologischere Ausrichtung der lokalen Landwirtschaft. Gegenwärtig verursachen Massentierhaltung, und Grünlandumbrüche auch in der Region um Göttingen eine große Menge klimaschädlicher Treibhausgase wie Ammoniak, Methan und Kohlendioxid. Mittelfristig muss flächendeckend ökologisch gewirtschaftet werden, da der ökologische Landbau wesentlich klimaschonender ist. Denn Ökolandbau fördert die Humusbildung im Boden. Jede Tonne zusätzlicher Humus im Boden entlastet die Atmosphäre um mehr als 1,8Tonnen CO2. Mehr Humus im Boden ist auch der Garant für stabile Erträge in Zukunft. Hinzukommt, dass der ökologische Landbau durch den Verzicht auf synthetischen Dünger mit einem wesentlich geringeren Energieeinsatz auskommt. Dem Klima zuliebe müssen Tiere wieder auf derWeide gehalten werden, denn wenn sie auf dem Grünland weiden, brauchen sie kein importiertes Soja. Dauerbegrüntes Land speichert große Mengen Kohlenstoff – nicht nur in den oberflächlichen Graspflanzen, sondern vor allem im Boden. Nicht die Tiere sind das Problem für das Klima, sondernein landwirtschaftliches System, das die Nutztiere mit eiweißreichem Kraftfutter aus Übersee ernährt. Zum Schutz des Klimas müssen wir auf Futtermittelimporte verzichten und unseren Fleischkonsum senken. Problematisch ist auch der Anbau von Energiepflanzen. Er führt zurZerstörung intakter Naturräume, der Ausweitung von Monokulturen und damit einhergehend zueinem hohen Einsatz von Pestiziden sowie zur wachsenden Flächenkonkurrenz. ForscherInnen haben die Effekte der sogenannten Landnutzungsänderung untersucht und die Emissionen der gesamten Produktionskette einberechnet. Pflanzenart und Anbaumethode wirken sich dabei drastisch auf die Klimabilanz aus.

Die Kreisgruppe des BUND Göttingen bringt sich für den Erhalt der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sowie für ihre ökologischere Ausrichtung ein und ruft alle BürgerInnen dazu auf sich durch das eigene Konsumverhalten für mehr Klimaschutz einzusetzen. Setzen Sie mit dem Kauf von biologisch angebauten, regionalen Lebensmitteln Zeichen und kommen Sie mit zur Demo „Wir haben es satt“ nach Berlin.

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Sechste „Wir haben es satt!“-Demonstration fordert bäuerlichökologischere Landwirtschaft

10.12.15

BUND Göttingen organisiert Mitfahrgelegenheit nach Berlin - Jetzt Fahrkarten sichern!

Am 16. Januar 2016 gehen zum sechsten Mal Bauern, Verarbeiter und Verbraucher in Berlin auf die Straße. Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt! Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern!“ demonstrieren sie gemeinsam für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft. Im Zentrum der Forderungen des breiten Bündnisses stehen dabei faire Marktbedingungen für Bauern, denn bei sinkenden Erzeugerpreisen von aktuell bereits weniger als 1,30 EUR pro Kilogramm Schweinefleisch und unter 0,30 EUR pro Liter Milch sowie zunehmender Landnahme durch Investoren würden immer mehr Betriebe ihre Tore schließen. Weitere Forderungen sind u.a. die Umsetzung des Rechts auf Nahrung weltweit, eine tier- und umweltfreundliche Landwirtschaftsowie fairer Zugang zu Land weltweit. An EU-Agrarkommissar Phil Hogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt appelliert das „Wir haben essatt!“-Bündnis, die Förderung von Agrarkonzernen zu beenden sowie sich für eine Qualitäts- statt für eine Exportoffensive und den Stopp der Freihandelsabkommen TTIP und CETA einzusetzen.
Die Demonstration startet am 16. Januar 2016 um 12 Uhr auf dem Potsdamer Platz in Berlin und wird von einem Treckerkorso begleitet. Der BUND Göttingen organisiert wie auch in den Jahren zuvor die Mitfahrgelegenheit mit dem Bus. Abfahrt um 7:00 Uhr, Berliner Straße 28. zustieg um 7:30 Uhr an der ARAL-Raststätte in Northeim möglich. Fahrkarten nur im Vorverkauf beim RotenBuchladen oder direkt beim BUND Göttingen (Geiststraße 2). Übrigens: Wer jetzt BUND Mitgliedwird bekommt den Preis für die Fahrkarte nach Berlin erstattet.

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Aktionen zur Klimakonferenz und Kohleausstieg

08.12.2015

Tausende Menschen werden am kommenden Samstag, 12.12., weltweit auf die Straße gehen, um für Klimaschutz und einen starken Weltklimavertrag zu demonstrieren. Auch in Göttingen werden friedliche Aktionen für den Klimaschutz stattfinden.

Infolge der Anschläge in Paris waren die dortigen Proteste der Zivilgesellschaft rund um die am Wochenende zu Ende gehende Weltklimakonferenz COP21 (Conference of the Parties, COP) stark eingeschränkt und Großveranstaltungen gänzlich untersagt worden.

Als umso wichtiger sieht es auch die Göttinger Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an, sich an den dezentralen Protestaktionen in Deutschland und anderen Ländern am kommenden Samstag zu beteiligen, um die Stimmen für Klimaschutz und Kohleausstieg hörbar zu machen.

Insgesamt finden in mehr als 15 Städten größere, koordinierte BUND-Aktionen statt, darunter in München, Frankfurt am Main, Bremen, Mainz, Leipzig, am Braunkohletagebau Hambach und vor dem Kraftwerk Frimmersdorf am Tagebau Garzweiler 1.

Gemeinsam wollen wir deutlich machen: Der Schutz des Klimas liegt in unserer Hand! Wir fordern einen schnellen Kohleausstieg und eine konsequente Energiewende!

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Das Stadtradio Göttingen berichtet über die Mobile-Box

Am 26.11.2015 berichtete das Stadtradio Göttingen über die Sammelaktion "Mobile-Box". Sie bietet die Möglichkeit alte Handys zum recyclen beim BUND Göttingen (Geiststr. 2) abzugeben. Hier können Sie sich den Mitschnitt anhören.

(Autor: Charlotte Piper)

BUND Göttingen sammelt alte Handys

11.11.2015

Wertvoller Beitrag zum Ressourcenschutz

Die Göttinger Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sammelt gebrauchte Mobiltelefone und lässt diese anschließend umweltgerecht recyceln. Dadurch sollen die in den Handys enthaltenen Rohstoffe wiedergewonnen werden.

Aktuell liegen mehr als 100 Millionen ungenutzte Handys in deutschen Haushalten, so eine repräsentative Studie des Branchenverbands Bitkom. „Jedes einzelne Gerät enthält wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer, die heutzutage problemlos recycelt werden können“, sagt Ann-Kathrin Schmidt von der Kreisgruppe Göttingen. „Wiederaufbereitete Rohstoffe müssen nicht mehr unter umweltschädigenden Bedingungen abgebaut werden. Dadurch werden Natur und Mensch geschützt.“

Der BUND hat sich entschieden dieser Problematik entgegenzuwirken, indem er kostenlose Rückgabemöglichkeiten für alte Handys anbietet: Diese können wochentags zwischen 10:00 und 12:00 Uhr und donnerstags von 17:00 bis 17:30 Uhr sowie nach Vereinbarung in der Geschäftsstelle des BUND Göttingen in der Geiststraße 2 abgegeben werden.

Die zurückgenommene Mobiltelefone werden einem zertifizierten Recycling-Betrieb übergeben. Dort werden die gesammelten Handys umweltschonend recycelt. Aktuelle und vollfunktionsfähige Modelle wie Smartphones (ca. 5 %) werden nach einer vollständigen Datenlöschung innereuropäisch wiederverwendet. Dies entspricht einem der zentralen Grundsätze des Kreislaufwirtschaftsgesetzes “Wiederverwendung vor Verwertung”. Mit 50 Prozent der Erlöse werden Umweltprojekte des BUND unterstützt, während die restlichen 50 Prozent für die Durchführung und Organisation der Rücknahme benötigt werden.

Ermöglicht wird die Rücknahme durch eine Partnerschaft des BUND Niedersachsens mit Mobile-Box. Mobile-Box ist ein beim Umweltamt angezeigtes Rücknahmesystem für gebrauchte Mobiltelefone, das 2012 von zwei Kölner BUNDlern gegründet wurde. Das Ziel von Mobile-Box ist es jedem Einzelnen eine bequeme und vor allem umweltgerechte Entsorgung seiner alten Handys zu ermöglichen. Dadurch soll die Recyclingquote in Deutschland erhöht und der Rohstoffkreislauf ausgedienter Mobiltelefone geschlossen werden.

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Der FFN berichtet über die Naturschutzwoche mit Kindern

Am Montag, den 2. November 2015 berichtete der FFN Göttingen über das BUND "Stadt - Gärtnern" Projekt mit Kindern. Hier können Sie sich den Mitschnitt anhören. 

Das Stadtradio Göttingen berichtet über das "Grüne Band"

Am 29. Oktober 2015 berichtete das Stadtradio Göttingen über die Problematik des "Grünen Bandes Eichsfeld Werratal". Hier können Sie sich den Mitschnitt anhören!


(Autorin: Laura Flegel)

Projekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ - Auftakt mit Abfuhr

19.10.2015

Mit der Veranstaltung zum Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ in Krebeck am vergangenen Donnerstag wurde ein mehrmonatiger Prozess zur Klärung von Perspektiven für die Umsetzung des Projektes eröffnet. Eingeladen hatte das Nds. Umweltministerium. Vorgestellt wurde der aktuelle Projektumfang vom Planungsbüro Geries.

Der BUND Göttingen begrüßt das klare Votum der geladenen Vertreter aus den beteiligten Ländern, Kreisen und Kommunen für die nun zu planende Umsetzung. Demgegenüber könne aus Sicht des BUND die erneute Abfuhr für den bereits deutlich zurückgenommenen Planungsrahmen aus Reihen des Landvolkes nur mit Kopfschütteln begegnet werden.

Der von der Sielmann-Stiftung im Jahr 2012 vorgestellte und nach Meinung des BUND wirklich große Wurf für eine Aufwertung der Region „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ fiel damals schon den heftigen Protesten des Landvolkes sehr weitgehend zum Opfer. „Der im Bereich der DDR-Sperranlagen in 40 Jahren Trennung entstandene Biotopstreifen steht als Symbol für den ungebrochenen Freiheitswunsch der DDR-Bürger“ meint der Geschäftsführer des BUND. Dass es seitens der Politik in unserer Region mitten in Deutschland geduldet wurde, diesen identitätsstiftenden Biotopstreifen teilweise unterzupflügen, ist ein politischer Skandal. Der BUND fordert deshalb ausdrücklich einen Lückenschluss des Grünen Bandes im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes. „Hierbei sollten endlich die Landwirte ihren Teil zur Umsetzung des Projektes auch im Sinne einer Neuausrichtung der Region beisteuern.“

Landflucht und demografischer Wandel sprechen gerade in Südniedersachsen eine deutliche Sprache und erfordern Umdenken. Gerade die konventionellen Landwirte haben in mehrfacher Hinsicht längst die Unabhängigkeit ihrer Vorfahren verloren und hängen an Fördertöpfen. Der ländliche Raum braucht dringend neue Konzepte. Das Naturschutzgroßprojekt erhöht aus Sicht des BUND die Attraktivität der Region und eröffnet damit Optionen, die auch andernorts bereits erfolgreich genutzt wurden. Mit seinen Blockade-Parolen macht der Landvolk-Verband dagegen regionalen Stillstand zum Programm.

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Mehr Naturschutz braucht das Land!

14.10.2015

BUND kritisiert Entscheidung des Gemeinderates Adelebsen

Anlässlich der Entscheidung des Gemeinderates Adelebsen zur Umsetzung der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie für das FFH-Gebiet 402 „Schwülme und Auschnippe“ (GT-Berich 6.10.15) mahnt der BUND Göttingen ein deutlich ambitionierteres Vorgehen im Sinne des Naturschutzes an und fordert: Der FFH-Bereich „Schwülme und Auschnippe“ muss den Status eines Naturschutzgebietes bekommen!

Bereits jetzt ist das Gewässer durch Feldflur-Entwässerungen und den damit verbundenen Nährstoff- und Schadstoffeinträgen gefährdet. Zum Schutz von Fischarten wie Groppe und Bachneunauge einerseits, sowie zugunsten der verschiedenen schützenswerten Schneckenarten muss dort eine intensive Bewirtschaftung des Feuchtgrünlandes ausgeschlossen werden.

Die derzeit nur in Abschnitten naturnahen Gewässerläufe der Schwülme und Ausschippe sollten außerdem durch lückenlos geschützte Gewässerraine naturnah aufgewertet werden. Damit käme man auch dem Anspruch der Wasserrahmenrichtlinien ein Stück näher. Die regional hohe Bedeutung dieses Schutzgebietes entlang der Schwülme und Auschippe liegt außerdem darin, dass hierdurch weit auseinanderliegende Naturräume miteinander verbunden werden. Diese für viele Pflanzen- und Tierarten existenzsichernde Voraussetzung muss höchstmöglichen Schutz erhalten. Dies Ziel wird durch die Entscheidung des Gemeinderates verfehlt.

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Stadt-Gärtnern mit Kindern

13.10.2015

Der BUND Göttingen plant im Rahmen der „Naturschutzwoche für Kinder“ einen Gemeinschaftsgarten beim Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum.

Im Rahmen der „Naturschutzwoche“ veranstaltet der BUND Göttingen eine Garten-Aktion für Kinder. In der Woche vom 9.11.2015 bis zum 13.11.2015 von 14:00 bis 18:00 Uhr soll im Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (Geiststr. 2, 37073 Göttingen) ein Stadtgarten ganz nach dem Prinzip des Urban-Gardenings entstehen.
Herzlich eingeladen sind alle Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren, die Lust haben gemeinsam zwei Hochbeete zu bauen und zu bepflanzen.
Das Stadtgärtnern oder „Urban Gardening“ ist ein weitverbreiteter Trend der bereits auch Göttingen erreicht hat. Ein solcher Gemeinschaftsgarten, wie der Teegarten im Cheltenham Park, hat zum Ziel, Hobbygärtner in einen Austausch zu bringen und gemeinsam Großstädte wieder zu begrünen. Außerdem soll speziell der GUNZ Garten dazu genutzt werden, Kindern das Gärtnern
näherzubringen.

Im Anschluss an die Naturschutzwoche soll der Garten weiter von den Kindergruppen des BUND
und der Biologischen Schutzgemeinschaft betreut werden, die Kindergruppen (Naturforscher – im
Alter von 7 bis 12 Jahren und die Junior Ranger - im Alter von 10 bis 14 Jahren) treffen sich 1- bis
2-mal im Monat. Im Laufe dieser Treffen sollen dann noch ein Gewächshaus aus alten Fensterscheiben, ein Kräuterbeet und Blumenbeete mit einem bunten Blütenangebot für heimische
Insekten entstehen – auch zu diesen Treffen sind alle Kinder herzlich eingeladen!

Die Aktion „Naturschutzwoche für Kinder“ wird von der Bingo Umweltstiftung gefördert.

Um eine Anmeldung bis zum 2.11.2015 wird gebeten:
BUND, Geiststraße 2, 37073 Göttingen oder an mail@bund-goettingen.de
Weitere Informationen zur Kindergruppe finden Sie auf bund-goettingen.de

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Wie viele Möbelmärkte braucht die Stadt?

02.10.2015

An der Bundesstraße 3 zwischen Kaufpark und Ellershausen sollen zwei neue Möbelmärkte (POCO und XXXL Lutz) entstehen. BUND Göttingen kritisiert dieses Vorhaben. Ab 2016 soll es für Göttingens BürgerInnen zwei weitere Möbelfachgeschäfte geben (das GT berichtete am 21.09.2015). Hierfür sollen drei Hektar fruchtbares Ackerland bebaut und dem Flächenverbrauch somit weiter Vorschub geleistet werden. „Diese wertvollen Flächen müssen weiterhin für die Landwirtschaft gesichert werden“, so Ann- Kathrin Schmidt von der Kreisgruppe des BUND Göttingen, „denn aufgrund des generell hohen Flächenbedarfs für Wohnbebauung ist es schon jetzt schwierig, Ersatzflächen für die Landwirtschaft und für den naturschutzfachlichen Ausgleich von Baumaßnahmen zu finden.“

Darüber hinaus kritisiert die Kreisgruppe das mit der Errichtung dieser Möbelhäuser entstehende Überangebot. Dies begünstig auch im Blick auf Möbel- und andere Einrichtungsgegenstände die bereits weit verbreitete Wegwerf-Mentalität. Diese Spielart des Konsums ist längst ausgemacht als Ursache für bedrohliche Schäden an Umwelt und Natur. „Der schonende Umgang mit unseren natürlichen und begrenzten Ressourcen geschieht durch eine nachhaltige Nutzung von Konsumgütern. Dies sichert letztlich auch unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Die vermeintlich unverzichtbare Idee von einer Wachstumsgesellschaft hat bereits heute unwiederbringliche Schäden verursacht. Der „Blaue Planet Göttingen“ sollte sich da eher mit beispielhaft nachhaltigen Konzepten hervortun.

Anstatt wertvolle Böden zu zerstören und damit das bereits bestehende Angebot an Möbelmärkten über ein benötigtes Maß zu erweitern, sollten bestehende Infrastrukturen besser genutzt und somit Ressourcen geschont werden. Die Kreisgruppe des BUND Göttingen spricht sich klar gegen dieses Vorhaben aus. Denn das Ziel der Bundesregierung, die Reduzierung des Flächenverbrauchs von heute 80 ha pro Tag auf 30 ha in den nächsten fünf Jahren, laut statistischem Bundesamt* kann so nicht erreicht werden. „Wir brauchen jeden Hektar unbebaute, freie Landschaft um unsere Lebensgrundlage zu sichern und die Vielfalt an Tieren und Pflanzen zu schützen.“

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BUND warnt vor Nachteilen für Göttingen durch Freihandelsabkommen TTIP und CETA.

1.10.2015

Selbstorganisierte Bürgerinitiative im Endspurt

Göttingen: Bereits 11585 Menschen haben nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) in der Postleitzahlenzone 37 den Stopp der Freihandelsabkommen der USA mit der EU (TTIP) und mit Kanada (CETA) gefordert. Der BUND hatte die Protestaktion gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Verbänden als selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative „Stop TTIP“ vor knapp einem Jahr gestartet. Mittlerweile ist das Bündnis auf über 500 Organisationen aus ganz Europa angewachsen. „Stop TTIP“ fordert die Institutionen der EU und die Mitgliedstaaten auf, CETA nicht zu ratifizieren und die Verhandlungen über TTIP zu stoppen. „TTIP und CETA werden geheim verhandelt, obwohl sie uns alle betreffen“, sagt Ann-Kathrin Schmidt vom BUND Göttingen. „Was an die Öffentlichkeit dringt, ist nicht im Sinne der Bevölkerung, sondern dient vor allem mächtigen Lobbygruppen und Großkonzernen“, kritisiert Schmidt. Auch für Göttingen befürchtet die Kreisgruppe des BUND gravierende Nachteile. „Die Verträge greifen tief in die kommunale Selbstverwaltung ein. Sie gefährden Demokratie, Rechtsstaat, Kulturförderung sowie hart erkämpfte und bewährte Umwelt- und Verbraucherschutz-Standards. Außerdem bringen sie Nachteile für viele Länder des globalen Südens, die wir verhindern möchten“.

Der BUND Göttingen ruft deshalb dazu auf, die Aktion „Stop TTIP“ bis zu deren Ende am 6. Oktober
zu unterzeichnen. Die Signale dafür, dass der Protest in Brüssel nicht mehr überhört werden könne, seien ermutigend, sagt Schmidt. „Die EU-Kommission sah sich aufgrund des großen öffentlichen Drucks immerhin gezwungen, einige Dokumente zu veröffentlichen. Zudem gab es heftige Debatten zu TTIP im europäischen Parlament. Wir haben bereits kräftig Sand in die TTIP-Mühlen gestreut, müssen aber weiter Druck machen, um die Abkommen zu verhindern“. Auch in Göttingen werde der BUND daher weiter Unterschriften sammeln.

Die Hürde für offizielle Bürgerinitiativen von einer Million Unterschriften hatte „Stop TTIP“ in einer
Rekordzeit von knapp zwei Monaten genommen. Inzwischen wurde „Stop TTIP“ von rund 2,7
Millionen Menschen unterzeichnet – damit ist die Aktion erfolgreicher als alle bisherigen
Europäischen Bürgerinitiativen. Im Herbst tritt die Auseinandersetzung um TTIP und CETA in die
heiße Phase: Viele Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Kultur, Globalisierungskritik,
Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Gewerkschaften wollen am 10. Oktober mit einer
bundesweiten Großdemonstration in Berlin den Stopp der Freihandelsabkommen fordern. Wer von
Göttingen aus mit nach Berlin fahren möchte, wendet sich an den DGB oder kommt am Freitag,
2.10. an die Infostände am Gänseliesl. Hier organisiert ein breites Bündnis einen Aktionstag und
informiert über die Folgen des Freihandelsabkommens.


Zur Unterschriftenaktion gegen TTIP und CETA: www.bund.net/ttip
Anreiseinformation zur TTIP-Demo am 10.10.2015: www.bund.net/ttip-anreise /
www.suedniedersachsen-harz.dgb.de

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Göttingens Bäume unter der Lupe

25.09.2015

Der Arbeitskreis Baumschutz des BUND Göttingen organisiert eine Exkursion zu Göttingens Bäumen

Auch in diesem Jahr veranstaltet der BUND Göttingen eine Baumschutzexkursion bei der Göttingens Baumbestand unter die Lupe genommen werden soll. Am Samstag, den 3.10.2015 um 14 Uhr möchten wir gemeinsam einen Spaziergang über den Stadtfriedhof machen und uns die Bäume dort einmal unter Baumschutzaspekten genauer anschauen. Treffpunkt ist der Parkplatz des Stadtfriedhofes in der Jheringstraße.

Neben dieser Exkursion steht der Arbeitskreis Baumschutz auch jährlich dem Fachbereich Grünflächen beratend zur Seite und begutachtet alle Bäume der Baumfällliste noch einmal aus Naturschutzsicht. Auch in diesem Jahr konnten sich BUND und Grünflächenamt erneut bei einigen Bäumen auf eine Alternativlösung zur Fällung verständigen.

„Unsere städtischen Bäume sind mehr als nur Schattenspender und Frischluftlieferanten. Sie sind für viele Organismen ein wichtiger Lebensraum und tragen darüber hinaus zum Wohlbefinden des Menschen bei. Der Erhalt unserer Bäume liegt uns daher auch besonders in städtischen Bereichen sehr am Herzen.“ so Ann-Kathrin Schmidt, Kreisgruppen-Koordinatorin des BUND Göttingen. „Hierzu zählt selbst verständlich nicht allein die Pflege und der Schutz des Bestandes, sondern auch die Wahl des richtigen Standortes bei Neupflanzungen. Hierfür möchten wir uns auch in Zukunft weiter einsetzen.“

Interessierte BürgerInnen sind herzlich eingeladen den Arbeitskreis Baumschutz tatkräftig und beratend zu unterstützen.

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TTIP und CETA stoppen - für einen gerechten Welthandel

23.09.2015

Im Herbst 2015 tritt die Auseinandersetzung um die Handels- und Investitionsabkommen TTIP und CETA in die heiße Phase. Beide Abkommen drohen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu
untergraben und auszuhebeln.

Der BUND und weitere Organisationen aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Kultur, Globalisierungskritik sowie Gewerkschaften rufen zu einer Bundesweiten Großdemonstration am 10. Oktober in Berlin auf und fordern eine Handels- und Investitionspolitik mit hohen ökologischen und sozialen Standards!

Mit TTIP und CETA würden sich Umweltstandards leicht absenken lassen. Damit würden zahlreiche Errungenschaften zunichtegemacht, für die BürgerInnen auf beiden Seiten des Atlantiks jahrzehntelang gekämpft haben:

  • Chemikalieneinsatz: die Chemikaliengesetze sind in der EU deutlich strenger als in den USA. Durch TTIP würden diese Standards herabgesetzt - dies betrifft u. a. den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Verwendung von Chemikalien in Kosmetika oder die Desinfektion von Hühnerfleisch mit Chloroxid.
  • Gentechnik: In der EU werden kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, in den USA sind es fast 50 %. Die Behörden nehmen einen Gentech-Zulassungsantrag in der Regel lediglich zur Kenntnis und vertrauen auf die Angaben des Herstellers, dass von seinem Produkt keine Gesundheits- oder Umweltgefahren ausgehen. Gentech-Flächen bedürfen keiner Kennzeichnung. Durch TTIP können GVOs auch bei uns angebaut werden.
  • Verbraucherschutz: In der EU ist der Einsatz von Wachstumshormonen in der Milch- und Fleischproduktion verboten - sie gelten als krebserregend und erbgutschädigend. In den USA ist dieser ohne Kennzeichnungspflicht erlaubt. Auch Gentech-Produkte müssen nicht gekennzeichnet werden. Mit TTIP erkennen VerbraucherInnen nicht, wie die Waren produziert wurden.
  • Konzerninteressen statt Gemeinwohl: Konzerne und ihre Lobbyisten nehmen massiven Einfluss auf die TTIP-Verhandlungen, die Zivilgesellschaft kommt kaum zu Wort

Deshalb gehen wir am 10. Oktober auf die Straße und fordern: Freihandelsabkommen - NEIN danke! Vorweg beteiligt sich der BUND am TTIP-Aktionstag am 2.10. 15:00 - 18:00 Uhr in der Göttinger Innenstadt.

Informationen bzgl. der Anreise finden sie unter: http://ttip-demo.de/anreise/ oder über die Webseite des DGB

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In Hülle und Fülle - Obsttauschbörse, Ernteaktion & Einmach-Workshop

23.09.2015

Worum geht es?
Der BUND organisiert zum zweiten Mal die Obsttauschbörse in Göttingen. Diese Aktion bietet sich gerade im Herbst zur Erntezeit an. Ziel ist es, die Menschen die viel Obst und Gemüse haben, und die Menschen die wenig davon haben, in einen gemeinsamen Austausch zu bringen.

Was steckt dahinter?
Im Herbst ist Erntezeit und in unseren Regionen gibt es Früchte in Hülle und Fülle. In vielen Gärten und auf Streuobstwiesen bleiben die Früchte jedoch oft ungepflückt. Gleichzeitig kaufen viele BürgerInnen Lebensmittel ein, die weite Transportwege zurückgelegt haben und oft unter umweltschädlichen oder menschenunwürdigen Bedingungen produziert wurden. Wir möchten dazu motivieren, unsere Ressourcen vor Ort zu nutzen und Menschen mit und ohne Gärten zusammen bringen. Gemeinsam möchten wir frei zugängliche Obstbäume in Göttingen besuchen und reife Früchte ernten. Der Workshop gibt einen Überblick über Rezepte und vermittelt Kenntnisse zum Haltbarmachen und zur Lagerung von Obst und Gemüse. Wir möchten Menschen verschiedener Generationen und Herkunft einladen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam einen kleinen Wintervorrat anzulegen.

Ernteaktion
Freitag, 02. Oktober 2015, 14 - 18 Uhr
Radtour zu verschiedenen Obstbäumen in Göttingen. Wenn möglich bitte Obstpflücker mitbringen.
Treffpunkt: GUNZ, Geiststr. 2

Einmach-Workshop
Samstag, 03. Oktober 2015, 9 - 18 Uhr

Workshop zum Haltbarmachen von Obst und Gemüse sowie Austausch über lokal und global produzierte Lebensmittel. Unkostenbeitrag ca. 5 €.
Ort wird bei Anmeldung bekannt gegeben.
Anmeldung: jsanfeliusa[at]gmail.com


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Freihandelsabkommen - NEIN Danke!

09.09.2015

Der BUND und weitere Organisationen aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Kultur, Globalisierungskritik sowie Gewerkschaften demonstrieren füreine Handels- und Investitionspolitik mit hohen ökologischen und sozialen Standards.

Im Herbst 2015 tritt die Auseinandersetzung um die Handels- und Investitionsabkommen TTIP undCETA in die heiße Phase. Beide Abkommen drohen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zuuntergraben und auszuhebeln. Es wird höchste Zeit, unseren Protest auf die Straße zu tragen: Am10. Oktober will ein breites Bündnis mit einer bundesweiten Großdemonstration in Berlin einZeichen setzen!

Mit TTIP und CETA würden sich Umweltstandards leicht absenken lassen. Damit würden zahlreicheErrungenschaften zunichtegemacht, für die BürgerInnen auf beiden Seiten des Atlantiksjahrzehntelang gekämpft haben. Beispiel Gentechnik: In den USA nehmen die Behörden einenGentech-Zulassungsantrag in der Regel lediglich zur Kenntnis. Dabei vertrauen sie auf die Angabendes Herstellers, der seinem Produkt attestiert, dass davon keine Gesundheits- oder Umweltgefahrenausgehen. Ein so eingestuftes Gentech-Produkt darf ohne weitere Auflagen vermarktet werden –für Felder mit und ohne Gentech-Pflanzen müssen keine Sicherheitsabstände festgelegt werden,Gentech-Produkte (Saatgut, Lebens- und Futtermittel) bleiben ohne Kennzeichnung. Außerdemsind die Auflagen für den Einsatz von Wachstumshormonen und die Gabe von Antibiotika in denUSA weniger streng geregelt. Für die Desinfektion von Hühnerfleisch wird Chlordioxid verwendet.Auch gelten in den USA andere Standards bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln und beider Tierhaltung. All diese Produkte könnten mit dem Freihandelsabkommen ohne Kennzeichnungauf den Deutschen Markt gebracht werden. Ökologische Standards für die VerbraucherInnen inDeutschland gekämpft haben, würden mit diesem Abkommen zunichtegemacht werden.

Wir fordern eine Handels- und Investitionspolitik, die auf hohen ökologischen und sozialenStandards beruht und nachhaltige Entwicklung in allen Ländern fördert und gehen daher am 10.Oktober auf die Straße! Seien auch Sie dabei! Mehr Informationen: www.bund.net

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Das Stadtradio Göttingen berichtet über die Pflegeeinsätze im NSG Bratental des BUND

Das Stadtradio Göttingen berichtete am 27. August 2015 über das Engagement des BUND beim Schutz von Wildbienen. Hier können Sie sich den Mitschnitt anhören!

(Autor: Sara Riedel)

Bienen brauchen Blumen

09.03.2015

Der BUND Göttingen ruft alle Bürgerinnen und Bürger in der Stadt und im Landkreis Göttingen dazu auf Wildblumenwiesen anzusäen, um neue, artgerechte Nahrungsangebote für die bedrohten Wildbienen zu schaffen. Unsere heimischen Wildbienen haben als Blütenbestäuber einen essentiellen Wert. Nicht nur für viele Wildpflanzen, sondern auch für unsere Nutzfrüchte, wie Äpfel, Birnen, Erdbeeren oder Himbeeren... Doch die Zahl der Wildbienen ist bedroht. Denn der Verlust von naturnahen und strukturreichen Lebensräumen führt zu einem starken Rückgang vieler Wildbienenpopulationen."Wildblumenwiesen zeichnen sich durch eine besonders hohe Blütenvielfalt und einen äußerst dichten Bestand auf. Sie stellen daher ein Eldorado für die Wildbiene dar, welche auf blütenreiche Habitate angewiesen ist" erklärt Ann-Kathrin Schmidt, von der BUND Kreisgruppe Göttingen. Die Aussaat von Wildblumen ist daher ein wesentlichen Ansatz zur Verbesserung der Lebensraumsituation heimischer Wildbienen. Jeder, der eine ungenutzte Grünfläche oder ein altes Beet hat, kann dabei mitmachen. Im Fachhandel oder beim BUND-Laden (www.BUNDladen.de) können dazu geeignete Wildbienen-Samenmischungen erworben werden, die speziell an die Bedürfnisse von Wildbienen angepasst sind. Der Aufruf richtet sich auch an die Kindergärten im Landkreis Göttingen. Ehrenamtliche Mitarbeiter des BUND-Göttingen haben dazu das kindgerechte Bienen-Paket "Dings...Maja" zusammengestellt, das neben einer Samenmischung auch Bastel-Materialien und -Anleitungen sowie Rezeptideen enthält, um den Kindern die Bedeutung unserer Bienen auf spielerische Weise näher zu bringen.

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Naturschutz als "Urlaub vom Ego"

03.11.2014

Eine völlig neue Erfahrung machten am 31.Oktober Jugendliche im Rahmen des PULS-Camps, das der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) in Göttingen wieder in den Herbstferien veranstaltete. In einer Ferienwoche sollten sich die Jugendlichen mit vollem Einsatz für Andere einsetzen und mal „Urlaub vom Ego“ machen.

Als Gäste der Kreisgruppe Göttingen des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) nahmen neun junge Frauen und Männer zusammen mit ihrer Betreuerin an einem Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet (NSG) Bratental zwischen Nikolausberg und Roringen teil.

Dieses NSG ist wegen seiner besonderen Lebensraumtypen gleichzeitig Teil des europaweiten Schutznetzes NATURA 2000. An einem westexponierten Steilhang drohten besonders artenreiche Trockenrasenflächen verloren zu gehen, weil diese mangels Beweidung immer mehr zuwuchsen. Lediglich kleinere Kernflächen konnten durch Bemühungen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) unserer Stadt offen gehalten werden. Auf deren Veranlassung wird der gesamte Steilhang seit einiger Zeit wieder extensiv mit Rindern beweidet.

Um diese Beweidung auf Teilen des Geländes überhaupt zu ermöglichen und die Renaturierung voranzubringen, hat die Pflegegruppe des BUND mit Unterstützung der UNB schon ab Herbst 2011 in diversen Einsätzen weitere Teile des Steilhanges von größeren Bäumen und dichtem Strauchwerk befreit. Ziel der Arbeiten ist, dass sich auf den bisher zum Teil sehr beschatteten Flächen die Trockenrasen mit ihren Orchideen, Enzianen und vielen anderen schützenswerten Pflanzen wieder erholen können.
Bei dem jetzt durchgeführten Sondereinsatz haben die Jugendlichen zusammen mit fünf Aktiven der BUND –Kreisgruppe eine weitere mit Büschen zugewachsene Fläche freigeräumt. Es wurde dabei nicht nur fleißig gearbeitet, sondern auch viel miteinander geredet und gelacht. Zwischendurch gab es ein zünftiges Frühstück, das die UNB spendiert hat.

Zum Abschluss der Aktion waren sich alle Jugendlichen mit ihrer Betreuerin vom CVJM einig: Im nächsten Herbst kommen wir wieder!

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Schulstart mit dem Blauen Engel

20.08.2014

Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Schulstart mit dem Blauen Engel" informierte die BUND Kreisgruppe Göttingen in Kooperation mit den Göttinger Entsorgungsbetrieben am 20.08.2014 in der Göttinger Innenstadt über die Vorteile von Recyclingpapier gegenüber dem Frischfaserpapier, denn gerade jetzt vor Schulbeginn werden wieder Massen an Papier in Form von Schulheften, Blöcken und Ordnern gekauft. Dabei lässt sich mit dem Kauf von Recyclingpapier viel Energie sparen und die Wälder werden geschont. Das Stadtradio berichtete über die Aktion.

Hier können Sie den Mitschnitt anhören! (Autor: Philip Schüller)

Umgang der Stadt Göttingen mit der "Herkulesstaude"

- Leserbrief des BUND -

14.04.2014.

Liebe Stadt Göttingen,

ebenso wie die Stadt Göttingen, gibt es bundesweit wohl kaum noch eine Kommune, die sich nicht seit Jahren schon mit dem Problem der rasanten Ausbreitung der "Herkulesstaude" beschäftigen muss. Nicht nur wegen der Gefahr für Menschen, sondern auch wegen der Bedrohung der Artenvielfalt und zum Schutz von Biotopen besteht fraglos dringender Handlungsbedarf.

Die Stadt Göttingen hat sich nach meinem Kenntnisstand in diesem Jahr erstmals für die Anwendung eines Herbizids zur Bekämpfung der Pflanze entschieden. Der BUND appelliert dringend an Sie, auf eine Rücknahme dieser Entscheidung hinzuwirken und alternative Möglichkeiten zu nutzen!

Hierzu:

  • Nach unserer Recherche gibt es für die Beseitigung dieser Pflanze keinen „Königsweg“, weder manuell noch durch Gift-Einsatz. Zwar führt die Anwendung eines Herbizids zum Absterben der damit behandelten Pflanzen, aber kurzfristig ebenso wie langfristig erfordert dies über Jahre hin weitere Herbizid-Anwendungen.
    Demgegenüber wird die manuelle Beseitigung der Herkulesstaude auch von vielen Kommunen praktiziert und bei sachgerechter Durchführung als ähnlich wirksam, wenn auch als arbeits- bzw. personal-intensiv eingestuft.

  • Die Verantwortung für die Eindämmung einer weiteren Ausbreitung dieser Pflanze darf nicht allein bei den Kommunen oder dem Landkreis belassen bleiben. Gerade auch vor dem Hintergrund der Personalknappheit sollte deshalb für eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger geworben werden. Es stehen weder Kommunen noch Landkreise generell in der Pflicht, diese Pflanze zu beseitigen.

  • Eine manuelle Beseitigung der „Herkulesstaude“ hat überall dort eine gute Chance, wo es gelingt Kooperationen mit möglichst weiten Teilen der Bevölkerung sowie einschlägigen Verbänden und Vereinen herzustellen. Dies hat ganz nebenbei auch einen breiten-wirksamen Aufklärungs- und Schulungseffekt. Das Vertrauen auf einen natürlichen Umgang mit der Natur wächst dadurch auch und gerade mit Blick auf Pflanzen, denen einfach nur mit Vorsicht zu begegnen ist.

  • Mit dem Einsatz von Herbiziden wird seitens der Stadt jedoch in fataler und ebenso unnötiger Weise Ratlosigkeit signalisiert, die vom Gartenbesitzer bis hin zum Landwirt schnell als Freibrief für ähnliche Gift-Aktionen missverstanden werden kann.

  • Die Erfahrungen auch anderer Kommunen stellen einmal mehr klar, dass uns der starke Ausbreitungsdrang dieser Pflanze auf Dauer beschäftigen wird. Es ist daher angeraten, darauf schnellstmöglich mit einer breit angelegten, alljährlichen Kampagne zu reagieren, die z.B. zu einer bürgerschaftlichen „Biotop-Schutzaktion“ aufruft (ähnlich wie z.B. die Stadtreinigung mit der „Göttinger Putzwoche XXL“ oder die Kooperation des Stadtforstes mit Naturschutzverbänden zur Pflege des Kerstlingeröderfeldes).

  • Biotopschutz und -pflege heißt allerdings grundsätzlich auch: Verzicht auf Herbizid-Einsatz! Andere Kommunen praktizieren derartige Aktionen schon seit Jahren – mit Erfolg: Die Verbreitung der „Herkulesstaude“ wurde – ohne Gift – deutlich zurückgedrängt und mehr ist auch mit Herbiziden nicht zu erreichen!

Der BUND appelliert deshalb eindringlich an Sie, sich einer Gift-freien und Natur-verträglichen Vorgehensweise zu verpflichten!

Mit besten Grüßen
Hermann Merkord
 - Geschäftsführung -

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Konventionelle Landwirtschaft schadet der Natur

02.04.2014

Mit dem aktuellen Bericht des Bundesumweltministeriums zur "Lage der Natur in Deutschland" steht aus Sicht des BUND Göttingens auch die konventionelle Landwirtschaft im "Göttinger Land" in der Kritik. Monokulturen, Überdüngung und der Einsatz von Pestiziden führen auch in der Region Göttingen nachweißlich zum Rückgang der Artenvielfalt. Grünland, Brachflächen und Wegerandstreifen in der Feldflur sind für viele Arten wertvolle Lebensräume, werden jedoch durch die Landwirtschaft vielerorts unter den Pflug genommen. Ehemals artenreiche und für den Naturschutz bedeutende Flächen gehen für die Region Göttigen damit verloren.

Datenerhebungen zu Tier- und Pflanzenarten sowie Untersuchungen von Biotoptypen bescheinigen lediglich für 1/4 der Arten einen guten Erhaltungszustand. Als Ursache für diese Verschlechterungen benennt das Bundesumweltministerium die hier genannten Praktiken der konventionellen Landwirtschaft. Weil aber die meisten Tier- und Pflanzenarten auf unbelastete und geschützte Lebenräume wie z.B. Brachen angewiesen sind, ist regional keine Besserung in Sicht. Aus diesem Grund fordert der BUND nur noch eine wirkllich naturverträgliche Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen und die Akzeptanz von Großprojekten wie das "Grüne Band Eichsfeld-Werratal".


Hier gehts zum Bericht "Lage der Natur" des Bundeministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Recyclingfreundliche Stadt Göttingen

- Göttingen nutzt Recyclingpapier -

22.10.2013

Im Papieratlas-Städtewettbewerb 2013 erhält Göttingen zum zweiten Mal – und somit als „Mehrfachsieger“ die Auszeichnung „Recyclingpapierfreundliche Stadt Deutschland“.

Die Initiative Pro Recyclingpapier führte bereits zum sechsten Mal den Städtewettbewerb um höchste Recyclingpapierquoten in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Umweltbundesamt durch. „Recyclingpapier spart gegenüber Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent der Energie und bis zu 70 Prozent Wasser, verursacht deutlich weniger Kohlendioxid, verringert Abfall und Emissionen.“, so Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes. Und auch die Stadt Göttingen nutzt, neben einigen anderen Städten, für seine gesamte Korrespondenz konsequent Papier mit dem Blauen Engel.

Der BUND Göttingen begrüßt das Engagement der Stadt und trägt mit seiner Ausstellung „Ich kauf' GLOBAL – Papier“ seinen Teil zu einem umweltbewussten Umgang mit Papier bei. Die Ausstellung vermittelt Wissen rund um die Thematik der Papier-Herstellung, dem Verbrauch und benennt umweltfreundliche Alternativen. „Deutschland verbraucht in einem Jahr mehr Papier als Südamerika und Afrika zusammen“ erfährt man beim Lesen der Stellwände. „Die natürlichen Ressourcen sind jedoch begrenzt.“ Auch die ökologischen und sozialen Folgen des Papierkonsums werden dargestellt: zerstörte Regenwälder, Klimawandel, Zwangsumsiedlungen. „Ein verantwortungsvoller Umgang und die Nutzung von Recyclingpapier sind ein Schritt in die richtige Richtung!“ so der BUND Göttingen.

Die Ausstellung „Ich kauf' GLOBAL - Papier“ tourt zur Zeit durch die Schulen in Stadt und Landkreis. In diesem Rahmen haben sich Elftklässler der KGS in Moringen zu Schülerguides ausbilden lassen, um ihren Mitschülerinnen und -schülern aus verschiedenen Klassenstufen das Thema in selbst organisierten Führungen näher zu bringen. Mit vollem Erfolg! „Ich hätte nicht gedacht, dass jeder Einzelne auf globale Prozesse Einfluss nehmen kann“, so eine Schülerin der KGS. Sie und ihre MitschülerInnen möchten nun auch auf Recyclingpapier umsteigen. Ende Oktober wird die Ausstellung zum zweiten Mal an der BBS III am Ritterplan für einen Monat zu Gast sein.

Der BUND Göttingen verleiht die Ausstellung an interessierte Göttinger Schulen.
Kontakt: BUND Göttingen, Telefon 0551-56156 oder
mail@bund-goettingen.de

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Landschaftsverlust macht auch vor dem Leinetal nicht halt

- BUND Göttingen lehnt Planungen zum GVZ Region Göttingen in Lenglern/Holtensen ab-

30.09.2013

In Deutschland gehen täglich über 100 ha freie Landschaft durch Überbauung und Versiegelung verloren, das entspricht ca. 140 Fußballfeldern. Damit ist der Flächenverbrauch immer noch viel zu hoch, obwohl sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt hat, den Flächenverbrauch in Deutschland bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren.

Der Flächenverbrauch macht auch vor dem Leinetal im Bereich Göttingen nicht halt. Erneut sollen dort große Ackerflächen mit Gewerbe- und Logistikansiedlungen bebaut werden. Die Gremien des Landkreises Göttingen diskutieren zur Zeit die Freigabe von Geldern für die weiteren Planungen und den Flächenerwerb zur Errichtung eines riesigen Güterverkehrszentrums (GVZ) im Bereich des Offenlandes zwischen Göttingen-Holtensen und Bovenden-Lenglern. Hier sollen zunächst Flächen für ein 40 Hektar großes Gebiet für Logistikgewerbe erschlossen werden.

Die BUND-Kreisgruppe Göttingen lehnt dieses Vorhaben entschieden ab, leistet es doch der immer stärker fortschreitenden Versiegelung der offenen Landschaft Vorschub. Der BUND fordert einen verantwortungsvolleren Umgang mit der freien Landschaft unserer Region und spricht sich gegen eine weitere Vernichtung von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen im Leinetal aus. Aufgrund des großen Flächenbedarfs für Bauvorhaben ist es schon jetzt schwierig, Ersatzflächen für die Landwirtschaft und für den naturschutzfachlichen Ausgleich der Baumaßnahmen zu finden. Mit dem Flächenverlust und der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft geht auch eine starke Beeinträchtigung des Landschaftsbildes einher. Dieser Trend wird durch die extremen Ausmaße des Projektes noch verstärkt – die Fläche des voll erschlossenen GVZ wird ungefähr doppelt so groß sein wie die Siedlungsfläche des Holtenser Bergs.

Bekanntermaßen ist die Logistikbranche ein Arbeitsbereich, der nur in geringem Maße neue Arbeitsplätze schafft. Insoweit erscheint das Argument, ein GVZ würde der Wirtschaftsförderung im Hinblick auf Arbeitsplätze dienen, nur bedingt zutreffend. Somit muss zuerst durch Stadt und Landkreis Göttingen sowie durch die Gemeinde Bovenden der Nachweis erbracht werden, dass überhaupt der Bedarf für ein neues GVZ besteht und dieses Nutzen für die Region bringt. Schon jetzt sind große Bereiche der vielen neu erschlossenen Gewerbegebiete im Göttinger Raum ohne Nutzer. Weiterhin gibt es bisher keine Nachweise, ob nicht anderweitig Flächen (z.B. alte Industriebrachen) für die Ansiedlung von Gewerbe oder Logistik zur Verfügung stehen. Der BUND fordert daher die Erstellung eines Katasters für bereits erschlossene oder nicht mehr genutzte Gewerbeflächen für Stadt und Landkreis.

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„Windkraft in Bürgerhand“ Windkraft zusammen mit Bürgern und Natur umsetzen!

08.07.2013

Im Zuge der Energiewende gewinnen regenerative Energieformen immer mehr an Bedeutung. Die BUND-Kreisgruppe Göttingen unterstützt die Bemühungen für eine Umsetzung der „Energiewende“ auf kommunaler Ebene. Windkraftanlagen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes müssen aus Sicht des BUND verbindliche Kriterien bei der Ausweisung von "Vorrangflächen für Windenergie" wie sie die Stadt Göttingen zur Zeit plant beachtet werden.

Mit einer breiten Vorstellung der Planungen in verschiedenen Ortsteilen ist die Stadt Göttingen einen neuen und positiven Weg gegangen. Der aber dennoch herrschende Widerstand in Teilen der Bevölkerung zeigt, dass die Bürgerbeteiligung nicht ausreichend ist. Hier wäre eine Mitgestaltungsmöglichkeit der Bürger an Planungen und Finanzierungsvereinbarungen zu einem früheren Zeitpunkt sinnvoll gewesen und hätte für mehr Akzeptanz gesorgt. So hat die Kampagne „Windkraft in Bürgerhand (www.die-buergerenergiewende.de) festgestellt, dass es überall dort, wo Bürger mitentscheiden und mitverdienen, die größte Akzeptanz und die größte Dynamik beim Umbau des Energiesystems gibt.

Weiterhin muss bei einer Energiewende wegen des ohnehin begrenzten Flächenangebotes für Windkraftanlagen in Stadtgebieten grundsätzlich und deutlich vorrangig auf andere Konzepte gesetzt werden, wie z.B.: Solarthermie, Photovoltaik, Passiv-Energiebauweise sowie Steigerung der Energie-Nutzungseffizienz.

Bei der konkreten Ausweisung von Flächen für Windkraft sind nach Ansicht des BUND alle natur- und artenschutzrechtlichen Belange mit größter Sorgfalt zu prüfen. Dies muss unabhängig von z.B. wirtschaftlichen Interessen erfolgen. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Belange des Vogel- und Fledermausschutzes zu legen. Voraussetzung hierfür ist die systematische Erhebung aktueller Populationen mit ihren Brut-, Jagd und Schlafstätten. Dies gilt insbesondere für den Rotmilan und andere Greifvögel, Eulenarten und Fledermäuse. Als Grundlage dazu bieten die Empfehlungen des Niedersächsischen Landkreistages und die Anforderungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eine Basis.

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Einem großen Wurf droht der Pflug

- BUND Göttingen kommentiert Diskussion um Naturschutz-Großprojekt -

15.04.2013

Mit der Federführung für das „Naturschutz-Großprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ ist es der Sielmann-Stiftung gelungen viele verschiedene Akteure und Interessengruppen an einen Tisch zu holen. Dieser große Wurf zugunsten einer zukunftsfähigen Umstrukturierung unserer ländlichen Region wird derzeit von einigen Vertretern des sogenannten Landvolkes geradezu blindwütig unter den Pflug genommen und durch eine allein besitzstandswahrende Denkweise verstümmelt.

Die Region hätte die Chance mit Mitteln aus überregionalen Fördertöpfen einen strukturellen Wandel zugunsten eines attraktiven Natur- und Landwirtschaftsraumes einzuleiten. Andere Regionen, wie z.B. die Rhön verdeutlichen, was möglich wäre, wenn man Natur und landwirtschaftliches Engagement in Einklang bringt, anstatt Maisfelder wie Kunstrasen in die Landschaft zu legen und Agrar-Fabriken nebst Massentierhaltung zu betreiben. Landschaftsverträglich wirtschaftende, verantwortungsvolle Landwirte brauchen wir, die über den Horizont lautstarker Landvolk-Redner hinaus denken wollen.

Den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung des Landkreises ist vorzuwerfen, dass es ihnen seit Jahren noch nicht einmal gelingt, den selbsternannten „Flurbereinigern“ im Tross des Landvolkes das Handwerk zu legen: Feldrandgehölze und Hecken werden klammheimlich entfernt und öffentliche Randstreifen vereinnahmt. Und EU-weite Auflagen für anerkannte Schutzgebiete werden bei uns nur halbherzig in Landschafts- oder Naturschutzverordnungen umgesetzt. Bisher hat sich die neue Landesregierung kaum „freigeschwommen“ vom Lobby-Druck der land- und forstwirtschaftlichen Besitzstandswahrer. Wie will man da auf Augenhöhe über einen regionalen Strukturwandel diskutieren?

Es ist der EU anzulasten, dass sie in den vergangenen Jahren landwirtschaftliche Gigantomanie gefördert hat. Dieser Zug ist aber auch auf EU-Ebene inzwischen abgefahren! Der ländliche Raum in unserer Region kann nur an Lebenswert gewinnen, wenn wieder in kleinen bäuerlichen Strukturen gewirtschaftet und vermarktet wird. Damit könnten auch soziale Strukturen in den Dörfern reaktiviert und gefestigt werden. Mit dem „Naturschutz-Großprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ würde dies eingebettet in ein auch für Touristen interessantes Umfeld. Nicht zuletzt sind gerade auch die Bürgerinnen und Bürger der Region aufgerufen, sich für den Erhalt unserer gewachsenen, strukturreichen Kulturlandschaft in Südniedersachsen deutlich zu Wort zu melden.

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Offener Brief zum Erhalt der "Grünen Klasse"

17. Dezember 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Bedauern hat der BUND Göttingen im Herbst diesen Jahres erfahren, dass die Universität Göttingen erneut die finanzielle Trägerschaft für das Bildungsangebot „Grüne Klasse“ des Botanischen Gartens einstellt. Wir teilen das Unverständnis der Göttinger Bevölkerung über diese Entscheidung der Universität!

Im Rahmen des einzigartigen und für breite Bevölkerungsschichten attraktiven Bildungsangebotes führt Frau Dr. Gabriele Weis seit 2004 interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch den Botanischen Garten und bietet damit weiten Teilen der Bevölkerung ein sehr zielgruppenorientiertes Bildungsangebot rund um das Thema Pflanze an.

Ob Kindergarten oder Schulklasse, Kindergeburtstag, Workshop oder spezielle Themen-Führungen, Frau Weis gelang es alle zu faszinieren. Sie hat die „Grüne Klasse“ mit Herzlichkeit und viel Engagement geleitet, so dass alle gebannt ihren Geschichten über die heimischen Heilkräuter und tropischen Giftpflanzen lauschten.

In den letzten vier Jahren hat Frau Weis auf diese Weise pro Jahr durchschnittlich 260 Veranstaltungen durchgeführt und damit sehr viele Menschen für die Pflanzenwelt und Natur begeistern können.

Diese Begeisterung und das Interesse an der „Grünen Klasse“ wird nicht zuletzt auch durch eine aktuelle Unterschriften-Aktion des BUND bestätigt: In einem Zeitraum von nur 4 Wochen haben wir über 700 Stimmen für den Erhalt der „Grünen Klasse“ sammeln können.

In der „Grünen Klasse“ wird grundlegendes Wissen und Verständnis für das Thema Artenvielfalt angelegt, dem wir uns alle lokal wie global zunehmend verpflichtet sehen müssen. Angesichts des Klimawandels und dem zunehmenden Verlust der Biodiversität kommt der Vermittlung von naturschutzfachlichen Themen, sowie dem Heranführen unserer „Jüngsten“ an Natur und Umwelt ein sehr hoher Stellenwert zu. Ein „Aus“ für die „Grüne Klasse“ wäre deshalb ein geradezu kontraproduktiver Verlust.

Wir appellieren an die Universität Göttingen und ebenso an die Stadt Göttingen eine solide, dauerhafte Grundlage für den Erhalt der „Grünen Klasse“ als Angebot des alten botanischen Gartens zu schaffen!

Tragen Sie auch in Zukunft zum Umwelt- und Naturschutz bei und unterstützen Sie die Bildung unserer Kinder!!

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Naturschutz als Ferienvergnügen - BUND und CVJM pflegen gemeinsam Trockenrasen im NSG Bratental

13. November 2012

Eine völlig neue Erfahrung machten Ende Oktober Jugendliche im Rahmen des Puls-Camps für junges Engagement, das der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM ) in den Herbstferien veranstaltete.

Auf Einladung der Kreisgruppe Göttingen des Bundes für Umwelt- und Naturschutzes (BUND) nahmen sechs Jugendliche zusammen mit ihrem Betreuer an einem Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet (NSG) Bratental zwischen Nikolausberg und Roringen teil.

Dieses Naturschutzgebiet ist wegen seiner besonderen Lebensraumtypen gleichzeitig Teil des europaweiten Schutznetzes NATURA 2000. An einem westexponierten Steilhang drohten besonders artenreiche Trockenrasenflächen verloren zu gehen, weil diese Flächen mangels Beweidung immer mehr zuwuchsen. Lediglich kleinere Kernflächen konnten durch Bemühungen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt Göttingen bisher offen gehalten werden. Neuerdings wird der gesamte Steilhang auf Veranlassung der UNB wieder extensiv mit Rindern beweidet.

Um diese Beweidung auf Teilen des Geländes überhaupt zu ermöglichen bzw. effektiver zu gestalten, hat die Pflegegruppe des BUND mit Unterstützung der UNB schon ab Herbst 2011 in diversen Einsätzen weitere Teile des Steilhanges von größeren Bäumen und dichtem Strauchwerk befreit. Ziel der Arbeiten ist, dass sich auf den bisher zum Teil sehr beschatteten Flächen die Trockenrasen mit ihren Orchideen, Enzianen , Herbstzeitlosen und vielen anderen schützenswerten Pflanzen wieder erholen können.
Bei dem jetzt durchgeführten Sondereinsatz haben die Jugendlichen zusammen mit sechs Aktivisten der BUND –Kreisgruppe eine völlig mit Büschen zugewachsene Fläche freigeräumt. Es wurde dabei nicht nur fleißig gearbeitet, sondern auch viel miteinander geredet und gelacht. Besondere Heiterkeit verursachte der Besuch einiger zottiger Rinder, die sich offensichtlich besonders wohl in der Gesellschaft fröhlicher Menschen fühlten. Zwischendurch gab es ein zünftiges Frühstück, dass die UNB spendiert hat.

Zum Abschluss der Aktion waren sich alle Jugendlichen mit ihrem Betreuer vom CVJM einig: Im nächsten Herbst kommen wir wieder!

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Recyclingpapier in Göttingen – Schulen legen nach

05. November 2012

Für die Berufsbildende Schule III am Ritterplan ist das Thema Recyclingpapier Unterrichtsprogramm: Ab 05.11.2012 wird die Ausstellung „Ich kauf global – Papier“ dort für drei Wochen gezeigt und in die Gestaltung des Unterrichts mit aufgenommen. Ziel ist, das Bewusstsein und Wissen um die nachhaltige Entwicklung von Natur und Umwelt zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern und auf die globalen sozialen Auswirkungen unseres Konsumverhaltens aufmerksam zu machen.


Die Ausstellung „Ich kauf global – Papier“ greift diese Aspekte auf und veranschaulicht sie beispielhaft an den globalen Auswirkungen des Papierverbrauchs. Vor diesem Hintergrund wird der Stellenwert des Papier-Recycling und der Gebrauch von Papierprodukten mit dem „Blauen Engel“ verdeutlicht.


Nicht zuletzt will die BBS III und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in Göttingen mit diesem Engagement auch der Auszeichnung an die Stadt Göttingen als „Recyclingpapier-freundlichste Stadt Deutschlands“ im Papier-Atlas Wettbewerb 2012 gerecht werden. Bürgermeister Wilhelm Gerhardy hatte den Preis der „Initiative Pro Recyclingpapier“ (IPR) am Freitag, 21. September 2012, in Berlin entgegengenommen *).


Die Ausstellung wird von der Göttinger Kreisgruppe des BUND allen Schulen zur Ausleihe angeboten. Auch Führungen in Kooperation mit „Bildung trifft Entwicklung e.V. – Regionale Bildungsstelle Nord“ und dem BUND sind Teil des Angebotes. Anfragen sind zu richten an den an Frau Ann-Kathrin Schmidt, BUND Göttingen unter der Tel. 0551-56156.

 

 

*) http://www.goettingen.de/magazin/artikel.php?artikel=10509&menuid=623&topmenu=637

 

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Von Blümchen, anderem Grünzeug und noch vielem mehr...

18. Oktober 2012

Die „Grüne Klasse“, ein viel genutztes Umweltbildungsangebot des Botanischen Gartens – finanziert aus Mitteln der Georg-August-Universität Göttingen – soll erneut gekürzt werden. Der BUND Göttingen fordert Stadt und Universität auf, die Entscheidung zu überdenken und die Finanzierung auch in Zukunft sicher zu stellen!

Seit 2004 führt Frau Dr. Gabriele Weis interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch den Botanischen Garten und bietet damit der gesamten Göttinger Bevölkerung ein buntes Bildungsangebot rund um das Thema Pflanze an. Ob Kindergarten oder Schulklasse, Kindergeburtstag, Workshop oder spezielle Themen-Führungen, Frau Weis zieht sie alle in ihren Bann. Mit Herzlichkeit und viel Engagement sprudeln die Geschichten über die heimischen Heilkräuter und tropischen Giftpflanzen aus ihr heraus. In den letzten vier Jahren hat sie auf diese Weise pro Jahr durchschnittlich 260 Veranstaltungen durchgeführt und viele Menschen für die Natur begeistern können. „Mit dem Wissen über Pflanzen, kann man Menschen in allen Bereichen weiterhelfen“, so Gabriele Weis. Ob in Sachen Ernährung oder medizinischen Fragen, Frau Weis verfügt über ein breites Pflanzenwissen welches Sie auch über die „Grüne Klasse“ hinaus an die Menschen weiter gibt. So stand sie bereits für die Sendung „Der Grüne Daumen“ des NDR vor der Kamera, unterstützte das kirchliche Projekt „Leben im Quartier“ und kooperierte mit der Göttinger Kinder-Uni.

„Dass diese Stelle nun gestrichen werden soll, ist ein herber Verlust für den Bildungssektor der Stadt.“ so der BUND Göttingen. Mit der „Grünen Klasse“ ginge ein in Göttingen einmaliges Bildungsprogramm zu Grunde, welches seit vielen Jahren Jung und Alt begeistert. Der BUND Göttingen fordert deshalb: „Die Grüne Klasse ist ein positives Aushängeschild mit einer starker Öffentlichkeitswirkung. Die Stelle muss auch in Zukunft finanziert werden, damit dieses einzigartige Bildungsangebot bestehen bleiben kann.“

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BUND pflegt Trockenrasen

2. Oktober 2012

Die Kreisgruppe Göttingen des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hat ihre Pflegearbeiten im Naturschutzgebiet (NSG) Bratental zwischen Roringen und Nikolausberg wieder aufgenommen. Das NSG ist wegen seiner besonderen Lebensraumtypen gleichzeitig Teil des europaweiten Schutznetzes NATURA 2000 (FFH-Gebiet Nr.138). Die Pflegemaßnahmen werden zur Schonung der Pflanzen- und Tierwelt in den Wintermonaten durchgeführt.

Das NSG Bratental zeichnet sich durch besonders artenreiche Trockenrasenflächen aus, welche durch extensive Weidewirtschaft in vergangenen Zeiten entstanden sind. Aufgrund mangelnder Beweidung wuchsen diese wertvollen Bereiche immer weiter zu und drohten verloren zu gehen. Lediglich kleine Kernflächen konnten durch Bemühungen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt Göttingen offen gehalten werden.

Neuerdings wird der gesamte Steilhang auf Veranlassung der UNB wieder extensiv mit Rindern beweidet. Zusätzlich hierzu hat die Pflegegruppe des BUND mit Unterstützung der UNB bereits im Winter 2011/12 in diversen Einsätzen Teile des Steilhanges von größeren Bäumen und dichtem Strauchwerk befreit. Nun können sich auf diesen Flächen wieder Orchideen, Enziane, Herbstzeitlose und viele andere schützenswerte Pflanzen erholen. „Auch in diesem Winter wollen wir die wertvollen Trockenrasenflächen pflegen“, so Arne Kassner vom BUND Göttingen. „In diversen Einsätzen werden wir nachwachsende Stockausschläge auf den bisher schon geräumten Flächen entfernen. Weiter sollen die schützenswerten Trockenrasenflächen durch Beseitigung aufkommender Sträucher und Bäume deutlich erweitert werden. Selbstverständlich achten wir darauf, dass auf den Flächen genügend Sträucher und heckenähnliche Strauchgruppen als Nist- und Brutmöglichkeit für Vögel aber auch das typische Landschaftsbild erhalten bleiben.“

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Der BUND Göttingen kritisiert Darstellung des Bund für Steuerzahler zur Grünbrücke "Roringer Berg"

20. September 2012

Der BUND Göttingen weist die Darstellung zur Grünbrücke "Roringer Berg" über die B 27, des vom Bund für Steuerzahler veröffentlichten Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung 2012“, auf das Schärfste zurück! Fakt ist, dass bundesweit Grünbrücken gebaut werden und gebaut werden müssen! Dies geschieht bereits seit Jahren im Rahmen des Bundesdeutschen Programms zur Wiedervernetzung von Naturräumen. Es besteht hierzu eine Verpflichtung gegenüber der EU im Interesse des europäischen Artenschutz-Engagements.

Der baulichen Ausführung von Grünbrücken und deren Begleitmaßnahmen liegen mehrjährige Felduntersuchungen zugrunde (z.B. vom ECOLOG-Institut und insbesondere für Niedersachsen des NLWKN's). Wildtier-Zäunungen sind als Begleitmaßnahme zwingend im Sinne der Maßnahme und im Interesse von Tier und Mensch. In der Ausführung sollen diese Zäunungen folglich und sinnvollerweise auch das Vorkommen von Wildkatzen  berücksichtigen. An dieser Stelle sei erneut angemerkt, dass es sich nicht (wie vom Göttinger Tageblatt immer wieder behauptet) um eine Wildkatzen-, sondern um eine Grünbrücke handelt.

In dem vom Bund der Steuerzahler kritisierten Fall der Grünbrücke über die B 27 sprach für die Standort-Auswahl, dass die B 27 das niedersächsische Flora-Fauna-Habitat Nr. 138: „Göttinger Wald“ durchschneidet. Dieser Effekt wird darüber hinaus durch die verbreiterte Fahrbahn, sowie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, zusätzlich verstärkt. Hinzu kommt eine weitere Gefährdung des näheren FFH-Gebietsumfeldes durch den Bau einer Ortsumfahrung im Bereich der Ortschaft Waake, mitten durch eine, für Nahrung suchende Wildtiere, bedeutsame Feldmark.

Mit dem Bau der Grünbrücke über die B 27 kommt das Land Niedersachsen dem Anliegen des bundesdeutschen Biotop-Vernetzungsprogramms wie auch den Auflagen der europäischen FFH-Richtlinie nach. Im Rahmen des Vernetzungsprogramms werden bundesweit 93 Grünbrücken gebaut. Aus der Darstellung des Jahresberichts ist nicht nachzuvollziehen, weswegen ausgerechnet die Grünbrücke über die B 27 bei Waake im Gegensatz zu anderen Grünbrücken, angesichts des hier nachgewiesenen überdurchschnittlichen Naturraum-Wertes, eine Steuergeldverschwendung darstellen soll.

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Das Stadtradio Göttingen berichtet über die Biodiversitätskiste des BUND

Das Stadtradio Göttingen berichtete am 12. September 2012 über die Biodiversitätskiste des BUND. Hier können Sie sich den Mitschnitt anhören!

(Autorin: Agnes Monka)

BUND bringt Biodiversität in die Schulen

16. August 2012

 

Der BUND Göttingen bietet für die Bildungsarbeit in Jugendgruppen und Schulen eine mit vielen Lern- und Spielanregungen gepackte „Biodiversitätskiste“ an. Auf den Spuren von Waldemar, dem Wildkatzenkater, geht’s auf Exkursion durch den Wald. Am Beispiel der Wildkatze werden mit dem Angebot Grundkenntnisse zum Thema Biodiversität und Waldverbund vermittelt.


Frau Sarah Bachmann, Mitarbeiterin beim städtischen Kinderhaus Grone-Süd: „In der Biodiversitätskiste habe ich alles gefunden, was ich für meine Exkursion brauchte: Anleitungen, Materialien, Packlisten und Tipps. Auch ein Rucksack gehört dazu, den ich vorher in Ruhe mit allem bestückt habe, was für die Kinder interessant sein könnte.“


Die Lern- und Spielanregungen sind für verschiedene Altersstufen – vom Kindergarten bis zum Abitur – modular aufgebaut und können frei kombiniert werden, je nach Wetterlage, Gruppengröße oder verfügbarer Zeit. Jede/r Nutzer/in kann sich so entweder einen ganz eigenen Plan zusammenstellen oder auch die vorgeschlagene Reihenfolge anwenden.


Mit der „Biodiversitätskiste“ kann auf verständliche Weise an Göttinger Schulen das Thema des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ aufgegriffen werden“, so Frau Ann-Kathrin Schmidt vom BUND in Göttingen. „Die Wildkatze steht dabei stellvertretend für zahlreiche Waldtierarten, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft oder den Bau von Straßen gefährdet sind.“


Das umfangreiche Material ist nach den Kriterien für nachhaltige Entwicklung erstellt worden und bietet viele Möglichkeiten. Die Angebote sind fächerübergreifend gestaltet und knüpfen an die niedersächsischen Lehrpläne an. Das gesamte Wildkatzen-Bildungspaket gibt’s auch auf DVD mit einem interaktiven Lernspiel.


Wer im Rahmen seiner pädagogischen Arbeit Interesse an der Biodiversitätskiste hat, melde sich beim BUND Göttingen unter 0551-56156. Weitere Informationen zur Kiste finden Sie auch im Internet unter www.bund-goettingen.de / Naturschutz / Wildkatze

 

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Die Wildkatze in Göttingen

Das Stadtradio Göttingen berichtete am 10. August 2012 über die Wildkatzen in Göttingen. Hier können Sie sich den Mitschnitt anhören!

(Autor: Kilian Schlichting)

 

Nicht gesehen und doch erkannt - die Wildkatze in Göttingen

17. Juli 2012

Der BUND in Göttingen konnte durch die sogenannte Lockstab-Methode und mittels genetischer Haaranalysen insgesamt neun Wildkatzen-Individuen in den Wäldern um Göttingen nachweisen. Um den Wildkatzen auf die Schliche zu kommen, hat die Kreisgruppe in enger Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten und finanzieller Unterstützung der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung Flächen des Forstamtes Reinhausen sowie des Stadtforstamtes Göttingen untersucht.

Die scheuen Wildkatzen sind hauptsächlich nachtaktiv, zu Gesicht bekommt man sie deswegen so gut wie nie. Aus diesem Grund hat der BUND bei seinem Monitoring mit Fotofallen (Kameras mit Bewegungssensor) gearbeitet, die von der GLS-Bank gesponsert wurden. Neben Wildschwein, Dachs und Reh ließ sich mit den Kameras schließlich auch an verschiedenen Stellen die eine oder andere Wildkatze fotografieren.  Doch erst die gentechnische Analyse von Haarproben ermöglicht eindeutige Aussagen über die Art und das Geschlecht verschiedener Tiere.

Hierzu wurden Holzpflöcke mit dem Lockstoff Baldrian besprüht und in verschiedenen Waldgebieten aufgestellt. Der Geruch des Baldrians lockt Katzen an. Sie schubbern sich am Holz und hinterlassen dabei Haare. Diese wurden in regelmäßigen Abständen vom BUND gesammelt  und  zur Analyse an das Senckenberg-Institut in Frankfurt weitergeleitet. Damit fließen die regionalen Erkenntnisse in die bundesweite Gendatenbank ein, welche der BUND Deutschland zusammen mit dem Senckenberg-Institut für weitergehende Forschungszwecke angelegt hat.  Außerdem werden die Untersuchungsergebnisse dem Niedersächsischen Landesamtes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gemeldet.

Die jetzt vorliegenden Ergebnisse belegen, dass sich mindestens fünf Wildkatzen-Weibchen und vier Männchen in den untersuchten Gebieten  tummeln. Im Weißwassertal konnten drei Kuder (männliche Wildkatzen) nachgewiesen werden, im Stadtforst oberhalb des Totenbergs südlich der B 27, sowie in der Billingshäuser Schlucht schleicht jeweils eine weibliche Wildkatze durch das Unterholz. Am Kerstlingeröder Feld ließen sich zwei weibliche Tiere nachweisen, während sich am Kronenberg östlich von Groß Lengden zwei Wildkatzen beiderlei Geschlechts erfassen ließen.

Diese Erkenntnisse sind ein weiterer Mosaikstein  im Bemühen um den sogenannten Biotopverbund, durch den  isolierte  Naturräume durch aufgeforstete Korridore wieder vernetzt werden. Dies sichert einer Vielzahl von Wildtieren Schutz für Wanderungen in neue Lebensräume. Mit solchen Maßnahmen  wird ein erheblicher Schritt zum Erhalt der Artenvielfalt getan.

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Verbinden, was zusammengehört - Der Bau der Grünbrücke bei Waake

10. Juni 2012

Der BUND Göttingen begrüßt, dass der Landkreis und die Stadt Göttingen sich dem „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ angeschlossen und dem Bau einer Grünbrücke über die B 27 zugestimmt haben. Im Rahmen dieses Programms wird aus Bundesmitteln der Bau von bundesweit 93 Grünbrücken gefördert. Seit Ende 2011 befindet sich nun einer dieser Brücken zwischen Waake und Roringen im Bau. „Durch diesen Brückenschlag wird das Schutzgebiet ‚Göttinger Wald‘, das durch die vielbefahrene B 27  bislang zertrennt war, endlich wieder verbunden“, so ein Sprecher des BUND Göttingen.

Immerhin ist der Göttinger Wald ist eines der größten zusammenhängenden und artenreichsten Kalk-Buchenwald-Gebiete Niedersachsens und damit ein wertvoller Lebensraum für vielerlei Pflanzen und Tiere. Der Bau der Grünbrücke ermöglicht den unterschiedlichsten Wildtieren künftig gefahrenfrei die Bundesstraße zu queren. Damit wird für viele Tiere eine entscheidende Voraussetzung zur Arterhaltung geschaffen. „Ein Schritt in die richtige Richtung“, so bezeichnet der BUND den Bau der Brücke. „Wir kommen damit unserer Verpflichtung  im Rahmen der ‚Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt‘ nach, Lebensraumbeeinträchtigungen durch bestehende Verkehrswege zu minimieren und die ‚ökologische Durchlässigkeit‘ von zerschnittenen Räumen zu gewährleisten.“

Untersuchungen belegen, dass Wildtiere Grünbrücken schnell wahrnehmen und nutzen.  Die gleichzeitige Nutzung der Brücke durch den Menschen würde die Akzeptanz jedoch grundlegend gefährden. Der BUND Göttingen fordert deswegen den zusätzlichen Bau einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer, damit auch sie die viel befahrene B 27 sicher überqueren und die besondere Attraktivität des Göttinger Waldes genießen können.

Mehr Informationen zum Bundesprogramm Wiedervernetzung und zur Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt unter www.bmu.de

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Grünes Band wichtig für Region

4. Juni 2012

Das „Grüne Band“ als lebensbejahende Antwort auf den früheren Todesstreifen ist mittlerweile ein unverzichtbares Projekt für die nachhaltige Entwicklung unserer Region. Der BUND tritt deshalb den rückwärtsgewandten Forderungen des Bauernverbands nach Auflösung dieser „Lebenslinie“ entschieden entgegen. Um ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur zu gewährleisten, ist nun ein konstruktives Engagement aller Beteiligten angesagt!

Die Region Südniedersachsen wurde vor kurzem noch im bundesweiten Wettbewerb „Regionen der Zukunft“ ausgezeichnet. Die Projekte um das mittlerweile weltweit bekannte Grüne Band sind bedeutsam für die ganze Bevölkerung und eine Unterschriftensammlung in offen destruktiver Manier durch das Landvolk somit nicht hilfreich!

Der BUND weist darauf hin, dass in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode seit 1980 etwa 12.000 Hektar Boden - meist gute Ackerflächen - für neue Siedlungen und Straßenbauten „verbraucht“ wurden. Dagegen hatten die Landwirte offensichtlich nichts einzuwenden, kein Wunder, haben sie doch an dieser, auch „letzte Fruchtfolge“ genannten Entwicklung gut verdient.

Mit einer immer intensiveren und industriellen Landnutzung treiben die Landwirte die Verödung  der Landschaft voran und gefährden die natürliche Bodenfruchtbarkeit. Die Artenvielfalt in der Feldflur nimmt weiter ab, das Grundwasser und die Fließgewässer werden belastet und der Ausstoß von klimaschädigenden Treibhausgasen nimmt zu. Besonders gegen die Nachhaltigkeit gerichtet sind dabei der ökologisch und sozial schädliche Anbau von sogenannten Energiepflanzen zur Belieferung von Agrar-Gasanlagen, die zunehmende Masttierhaltung und die Zerstörung von wertvollem Grünland. Und all das ganz wesentlich auf Kosten der Steuerzahler! Allein 50 Milliarden Euro, die Hälfte des EU-Haushalts, fließen in den Agrarsektor.

Die Landwirte in der Rhön und in anderen Biosphärenschutzgebieten machen uns seit langem vor, wie eine nachhaltige Regionalentwicklung und betriebswirtschaftlich rentable Lösungen Hand in Hand gehen können. Hier gilt es für Südniedersachsen viel aufzuholen. Mit den Projekten um das Grüne Band haben die Landwirte und die gesamte Bevölkerung dafür eine Chance! Voraussetzung ist allerdings eine konstruktive Zusammenarbeit, wie sie in den Projekten auch vorgesehen ist. Der BUND ruft hiermit den Bauernverband auf, sich zum Wohle aller wieder an den Verhandlungstisch zu setzen.

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